2012

Filmposter 2012

7/10

Originaltitel: 2012
USA | 2009 | ca. 158 Min. | FSK: ab 12
Katastrophenfilm, Action
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser
Besetzung: John Cusack, Chiwetel Ejiofor, Amanda Peet, Thandie Newton, Danny Glover, Woody Harrelson
Kinostart: 12.11.09
DVD/Blu-Ray VÖ: 25.03.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der amerikanische Wissenschaftler Adrian Helmsley erfährt von einem indischen Kollegen, dass eine durch Aufheizung des Erdkerns hervorgerufene Verschiebung der Erdkruste und damit das Ende der Welt, wie die Menschen sie kennen, unmittelbar bevor steht. Er gibt die unfassbare Info an die amerikanische Regierung weiter, welche nun eine Evakuierung von so vielen Menschen wie möglich vorzunehmen hat. Unterdessen erfährt der geschieden lebende Vater Jackson Curtis nach einigen verheerenden Erdbeben auf eine ganz andere Weise von der bevorstehenden Apokalypse und versucht seine beiden Kinder und seine Ex-Frau in Sicherheit zu bringen.

Wie ist der Film?

Roland „Der Zerstörer” Emmerich hat wieder zugeschlagen. Und diesmal hat er sich das Non plus ultra seines Spezialgebiets, dem Katastrophenfilm, vorgenommen, da er den gesamten Planeten in Schutt und Asche legt. Er schuf ein zweites „The Day After Tomorrow“ und setzte in jeder Hinsicht noch einen drauf. Wer dabei brillante Dialoge oder auch nur ausgeklügelte Metaphern erwartet, ist einfach nur selber schuld. Schauspielerisch geht das Teil in Ordnung und ansonsten zählen ohnehin nur die effektgeladene Augenweide, die sich dem Zuschauer bietet, sowie der schwülstige Spannungsbogen, mit dem man sich anzufreunden hat.

Amerika ist der Mittelpunkt der Welt und China das Land der Mythen und Wunder. Alles klar, Herr Emmerich. Es müssen nun mal klare Verhältnisse geschaffen werden, damit der Unterhaltung für die breite Masse nichts mehr im Wege steht. „2012“ ist ein bombastischer, von vorne bis hinten auf Publikumserfolg getrimmter Unterhaltungsfilm. Wie sollte man Emmerich das verübeln? Schon am Startwochenende zahlte sich die Strategie perfekt aus. Da gehört es eben dazu, dass die Konstellation der klischeehaften Hauptfiguren sich jenseits jeder Überraschung entwickelt und viele Szenen wie der Trailer eines neuen Computerspiels aussehen, wo die Zerstörung genau so kalkuliert ist, dass der Held ihr immer haarscharf entgeht, niemals mehr und niemals weniger als haarscharf.

Die edlen Reden über Nächstenliebe, die auch in „2012“ nicht zu knapp dargeboten werden, ist man als Kinogänger ja schon gewohnt. Auf die Spitze treibt Emmerich sein Pathos erst mit Szenen wie jener, wo der durch ein Erdbeben hervorgerufener Riss in der Sixtinischen Kapelle exakt durch die Stelle des Deckengemäldes geht, wo Gottes und Adams Finger sich fast berühren. Zugunsten der ultimativen Katastrophen-Ästhetik mit den meist nicht real aber trotzdem prächtig aussehenden Spezialeffekten werden die Grenzen zur Lächerlichkeit nun mal hier und da ausgereizt.

Es gibt auch Lichtblicke neben der fulminanten Optik an sich. Vor allem einen überaus amüsanten Woody Harrelson in einer Nebenrolle, die nach dem Film leider in Vergessenheit zu geraten droht. Darüber hinaus gibt es immer mal wieder einen netten Gag, der dazu anspornt, den ganzen Film ein bisschen als Komödie zu sehen, was ihn gleich viel besser verdaulich macht. Alles in allem wurden die zweieinhalb Stunden ohne deutliche Längen ordentlich gefüllt und zeigen dabei in gewisser Weise jedem bereits gedrehten und noch bevorstehenden Katastrophenfilm die lange Nase.

Verschmerzt man den maßlosen Hollywood-Kitsch, mit dem Emmerich hier die Erde kaputt macht, bleibt ein hoher Spaßfaktor, den man verdammt nochmal zu schätzen wissen sollte, statt an der offensichtlichen Unlogik herumzumäkeln. Denn „2012“ ist nichts als ein starkes Stück Mainstream-Unterhaltung für eine große Portion Popcorn und insofern absolut gelungen.

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