30 Days of Night: Dark Days

DVD-Cover 30 Days of Night: Dark Days

2/10

Originaltitel: 30 Days of Night: Dark Days
USA | 2010 | 92 Min. | FSK: ab 18
Horror, Comicadaption, Direct-to-DVD
Regie: Ben Ketai
Drehbuch: Steve Niles, Ben Ketai
Besetzung: Kiele Sanchez, Rhys Coiro, Mia Kirshner u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 25.11.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment

Worum geht’s?

Nachdem Vampire während der 30tägigen Dunkelheit in Barrow, Alaska, ein Massaker veranstalteten, wird die wahre Ursache für die vielen Toten vertuscht. Stella Oleson, eine Überlebende, reist nach L.A., um die Menschheit endlich davon zu überzeugen, dass es die Blutsauger wirklich gibt. Dabei findet sie Verbündete, die ein ähnliches Schicksal wie sie erlitten, aber auch eine Menge Vampire, die teuflische Pläne schmieden und gegen die es zu kämpfen gilt.

Wie ist der Film?

Szenenbild 30 Days of Night Dark DaysWarum dem feschen Vampir-Horror „30 Days of Night“ drei Jahre später noch eine Fortsetzung hinterhergeschickt wird, liegt nach kurzem Nachdenken auf der Hand: Als 2008/2009 der „Twilight“-Boom einsetzte und Vampire plötzlich hip wie nie zuvor wurden, erinnerte man sich daran, dass „30 Days of Night“ ja auf einer Comic-Serie basiert, von der der noch längst nicht alle Teile verfilmt wurden, und kramte den Stoff nochmal hervor, um ihn in einem weiteren Film zu verwursten. Diesmal als Billig-Variante, aber dafür im Wissen bzw. Glauben, dass man momentan mit einem Vampir-Thema nichts falsch machen kann. Steve Niles, Schöpfer der Comic-Vorlage, war sogar erneut als Drehbuchautor mit an Board. Wo oder wann genau der Hochmut einsetzte, ist nicht klar ersichtlich, aber der sprichwörtliche Fall ist der fertige Film.

Dass es sich bei der Fortsetzung des Kinoerfolgs von 2007 um eine Direct-to-DVD-Produktion handelt, sieht man „30 Days of Night: Dark Days“ leider in jeder Minute an. Der Film ist technisch solide (auch wenn die Wackelkameras nicht gerade sympathisch sind), aber atmet zu keiner Zeit den Geist des Originals und kann nicht einmal ansatzweise die Atmosphäre des selbigen wiederherstellen. Wie auch, bei dem drastisch verminderten Budget und den Standard-Schauplätzen? Melissa George („Triangle – Die Angst kommt in Wellen“), Hauptdarstellerin des ersten Teils, wurde eiskalt durch eine Blondine mit nur halb so viel Ausstrahlung ersetzt. Das gesamte Ensemble ist zweitklassig (obwohl man eines der Gesichter aus „LOST“ kennt), was maßgeblich dazu beiträgt, dass die gesamte Handlung ziemlich aufgesetzt wirkt.

„30 Days of Night: Dark Days“ greift bei der losen Adaption der Vorlage gerne mal unbeholfen in die Klischee-Kiste oder bedient sich einfach bei anderen Filmen, was hier schon deutlich negativer auffällt als im ersten Teil. In einigen Schock-Momenten kann man sich durchaus erschrecken; dafür sind aber umso mehr allzu vorhersehbare dabei. Dass die Inszenierung obendrein eine mäßig gerechtfertigte, ausformulierte Sexszene nötig hat, sagt eigentlich schon alles. Im Verhältnis zu Teil 1 ist „Dark Days“ hochgradig ärgerlich; „Vampirploitation“ der üblen Sorte. Fans des ersten Teils sei dringend geraten, diese Fortsetzung einfach zu ignorieren, statt auf einen seichten, hölzernen B-Film hereinzufallen, der zwar brutal wie sein Vorgänger, aber dafür unglaubwürdig, uninspiriert und schlichtweg unsympathisch ist.

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3 Kommentare

  1. Bitteschön. Freut mich immer, wenn ich sehe, dass ich jemanden zu was bewegt habe. Und sei es nur, einen schlechten Film nicht anzuschauen. 😉

  2. Warnung zu spät gelesen 🙂
    Der schlechteste Film den ich in diesem Jahr gesehen habe. Hatte vor kurzem einen Double-Feature Teil 1+2 gemacht. Ehrlich, während Teil 2 habe ich gebacken und abgespült und nicht das Gefühl gehabt was verpasst zu haben, bei dem WAS ich gesehen habe. Grottig.

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