300

Filmposter 300

6.5/10

Originaltitel: 300
USA | 2006 | ca. 112 Min. | FSK: ab 16
Action, Abenteuer, Fantasy, Comicadaption
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Michael Gordon
Besetzung: Gerard Butler, Lena Headey, David Wenham u.a.
Kinostart: 05.04.07
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.08.07

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Leonidas – Ehemann, Vater und König von „SPARTAAA!!!“ – bildet ein Heer aus 300 Mann, um gegen die im Norden eingefallenen Perser in den Krieg zu ziehen. Die Perser unter König Xerxes sind zahlenmäßig haushoch überlegen. Ein Sieg der Spartaner, die es verweigern, sich Xerxes zu unterwerfen, scheint unmöglich. Doch die 300 kämpfen mit eisernem Willen und aller Kraft.

Wie ist der Film?

„300“ vermischt gekonnt Realfilm und Computeranimation und gibt sich ästhetisch, erotisch und bombastisch. Die Kehrseite der Medaille ist ein hochgradig gekünstelter, stumpfsinniger und über alle Maßen schwülstiger Film. Dem Drehbuchautor lassen sich kaum Vorwürfe machen, denn es handelt sich um die korrekte Verfilmung eines Graphic Novel von Frank Miller („Sin City“). Auf dem Papier funktioniert die Geschichte, auf der Leinwand wirkt sie ziemlich dünn und abstrus.

Die Optik des Actionreißers von Zack Snyder („Dawn of the Dead“) tendiert durchaus in Richtung revolutionär, doch bei genauerem Hinsehen gibt es auch hier einige Computereffekte, die nur wenig überzeugen, wie z.B. das Wolfsviech im Epilog. Punkte sammeln kann der Film dann wieder mit seinen sehr schicken Kampfszenen, die auf amüsante Weise mit Zeitlupen und Zeitraffer spielen. Zugutehalten muss man „300“ auch, dass er sein Pulver nicht schon in der ersten Hälfte verschießt, sondern den Action- und Härtegrad im weiteren Verlauf steigert. Dabei wird glücklicherweise nicht ausgeblendet, was ohnehin im Mittelpunkt steht: blutiges Gemetzel mit vielen abgetrennten Gliedmaßen.

„300“ ist im Grunde eine rücksichtslose Ode an den männlichen Filmegucker: Nebenhandlungen werden auf das absolute Minimum reduziert, schnell noch eine Sexszene untergebracht und dann nichts wie ab in den von Blut und Testosteron durchtränkten Krieg um Macht und Ehre, mit echten Kerlen; starken, bärtigen, wahren Männern. Fast würde man jetzt noch die berüchtigten Haare auf der Brust hinzufügen, aber die scheinen ja out zu sein. „300“ lehrt uns: Alles, was einen Waschbrettbauch hat, ist stolz und darf kämpfen. Klügeres hat der Film freilich nicht vorzubringen, er ist eben nur etwas fürs Auge.

Mal schafft „300“ sich durch die abgehobenen Bilder und Töne seine ganz eigene Realität, mal sieht er einfach nur unecht aus. Im Großen und Ganzen ist Snyder aber ein eindrucksvolles Schlachtepos gelungen, das in fast allen Belangen so übertrieben ist, dass man sich entweder völlig genervt oder bombastisch unterhalten fühlt. Ein stylischer Film, der nur im Kino Sinn macht und ganz auf das Staunen beim ersten Mal Sehen setzt.

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