96 Hours

96 Hours

6.5/10

Originaltitel: Taken
FR | 2008 | 93 Min. | FSK: ab 16
Action, Thriller
Regie: Pierre Morel
Drehbuch: Luc Besson, Robert Mark Kamen
Besetzung: Liam Neeson, Maggie Crace u.a.
Kinostart: 19.02.09
DVD/Blu-Ray VÖ: 21.08.09

Links zum Film:

IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Bryan Mills, ein Geheimagent im Ruhestand, erlaubt seiner 17jährigen Tochter Kim nur widerwillig, mit einer Freundin nach Paris zu reisen. Dort wird das Mädchen entführt. Eine kaltblütige Rettungs- und Racheaktion des Vaters beginnt.

Wie ist der Film?

Warum „96 Hours“ in Deutschland so extrem verspätet ins Kino kam und man es nicht einfach beim Originaltitel „Taken“ belassen konnte, bleibt an dieser Stelle offen. Bei diesem Film zählt im Grunde sowieso nur eins: Gewalt!

Ein geschiedener Vater, der alles tut, um seine entführte Tochter zurück zu bekommen. Diese Bezeichnung passt auf verdammt viele Filmfiguren. Aber Drehbuchautor Luc Besson, Schöpfer von „Léon – Der Profi“, der „Taxi“-Reihe und „Das fünfte Element“, schafft es, die Story nicht völlig abgedroschen wirken zu lassen. Dafür sorgt ebenso die interessante Wahl des Hauptdarstellers. Liam Neeson wirkt zunächst mehr wie der sanfte Riese als der eiskalte Hund, den Willis oder Schwarzenegger bei ihren filmischen Rettungsaktionen gaben. Der Vorteil dabei liegt darin, dass er den väterlichen Aspekt seiner Rolle gut und glaubhaft ausspielen kann, wobei er aber auch seine Actionszenen einwandfrei meistert. Sein Charakter, ein Geheimagent im Ruhestand, hat alle nötigen Tricks drauf ohne einen auf Angeber zu machen, es wird eigentlich nie wirklich brenzlig für ihn, doch er behält dabei einen gewissen Reiz.

Der 1983 geborenen Maggie Grace, bekannt aus den ersten beiden „LOST“-Staffeln, nimmt man die Rolle der 17järigen Tochter verständlicherweise nicht wirklich ab. Sie gibt sich Mühe, doch ihr Spiel wirkt durch ihr zu hohes Alter einfach überzogen. Da man sich auch einen charismatischen Superschurken sparte, sieht man sowieso fast nur Liam Neeson in Aktion gegen den Verbrecherhaufen. Wenn es Schießereien, Prügeleien, waghalsige Sprünge und Autounfälle gibt, wird es jedoch nie so protzig wie in einem Bond- oder Bourne-Film.

Man könnte „96 Hours“ fast bodenständig, ja sogar vergleichsweise harmlos nennen, wenn nicht jeder einzelne Schlag und Schuss des Protagonisten perfekt sitzen würde, seine eiskalte Kompromisslosigkeit einem nicht mindestens in einer Szene vor den Kopf stoßen würde und die dünne Geschichte nicht so sorglos mit Stereotypen umgehen würde. Der Preis für die Kurzweile in „96 Hours“ ist eben, dass nichts hinterfragt wird. (Schon gar nicht, warum es ausgerechnet 96 Stunden sind.) Die Europäer sind wieder die Bösen, und um das Böse zu bekämpfen ist jedes Mittel recht. Etwas weniger Ernst wäre bei dieser Story sicherlich ratsam gewesen. Dass hinter diesem in Paris spielenden Werk keine Amerikaner, sondern Franzosen stecken, erweckt den Anschein von wohlüberlegter Ironie. Weil dieselbige im Endprodukt aber nicht erkennbar wird, bringt das alles nichts.

Heraus gekommen ist jedenfalls ein sehr solider, typischer Actionstreifen mit starkem Hauptdarsteller und schwächelndem Ende, der immerhin unbekümmerte Actionfans begeistert.

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