A Ghost Story

DVD-Cover A Ghost Story

7.5/10

Originaltitel: A Ghost Story
USA | 2017 | 93 Min. | FSK: ab 12
Drama
Regie: David Lowery
Drehbuch: David Lowery
Besetzung: Casey Affleck, Rooney Mara u.a.
Kinostart: 07.12.17
DVD/Blu-Ray VÖ: 12.04.18

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Universal Pictures

Worum geht’s?

Ein Liebespaar lebt in einem kleinen Haus in ländlicher Gegend. Er stirbt bei einem Autounfall und kehrt als beobachtender Geist nach Hause zurück. Sie kann ihn nicht sehen und versucht, ihr Leben weiter zu leben, während er nicht nur sie, sondern auch das menschliche Zeitgefühl verliert.

Wie ist der Film?

Szenenbild A Ghost StoryMit der Erwartungshaltung, einen Unterhaltungsfilm oder gar einen Horrorfilm zu sehen, funktioniert „A Ghost Story“ nicht. Zwar spielt „A Ghost Story“ mit Horrortropen, verpackt diese jedoch in ein persönliches, meditatives Drama. Regisseur David Lowery gelang damit ein Ausnahmewerk, das mit geringen Mitteln große Wirkung entfaltet.

So albern das Motiv des Lakens mit Augenlöchern im Vorfeld erscheinen mag, Lowerys starke Bildsprache lässt das Publikum keine Sekunde lang an der Hauptfigur zweifeln. Der Film erlaubt sich einige übermäßig lange Einstellungen, die sich aber nicht zäh, sondern einfach richtig anfühlen, da Geschichte und visuelles Konzept stets ineinandergreifen. Ohne viele Worte spricht „A Ghost Story“ Bände über Liebe, Einsamkeit und Ohnmacht, unterstützt durch das altmodische 4:3-Format.

Casey Affleck („Manchester by the Sea“) glänzt mal wieder mit Zurückhaltung. Dass er meistens selbst unterm Laken gesteckt haben soll – und kein Double – kam dem Film sicherlich zugute. Rooney Mara („Her“) ist schlicht wunderschön in ihrer Verletzlichkeit und die eigentliche Trägerin der der Handlung. Wie ihr Partner braucht sie keine großen Gesten, um in die Gefühlswelt ihrer Figur eintauchen zu lassen. Die beiden machen die Geistergeschichte zu einer sehr menschlichen.

Abstrakt und gleichzeitig unmittelbar sinniert „A Ghost Story“ über Vergänglichkeit, Verlust und das Loslassen. Ein wunderbar trauriger Film, der nie auf die Tränendrüse drückt, sondern mit leiser Poesie zu eigenen Gedanken anregt. Eine ausgefeilte, sehr stimmungsvolle Musikuntermalung fängt die stark entschleunigte Erzählweise auf. Alles passt zusammen, wenn man sich dem ungewöhnlichen Ansatz öffnet. Diese kleine Perle gerät hoffentlich nicht so schnell in Vergessenheit.

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