Adams Äpfel

Filmposter Adams Äpfel

8/10

Originaltitel: Adams æbler
DK, DE | 2006 | 91 Min. | FSK: ab 16
Komödie, Drama
Regie: Anders Thomas Jensen
Drehbuch: Anders Thomas Jensen
Besetzung: Ulrich Thomsen, Mads Mikkelsen u.a.
Kinostart: 31.08.06
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.05.07

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Neonazi Adam kommt auf Bewährung aus dem Gefängnis und nimmt mehr oder weniger freiwillig an dem Programm des grenzenlos optimistischen Pfarrers Ivan teil, wo jeder eine persönliche Aufgabe erhält und auf den rechten Pfad geführt werden soll. Adam wird aufgetragen, den Apfelbaum vor der Kirche zu pflegen, um später mit den Äpfeln einen Kuchen zu backen. Zeitgleich mit Adams Ankunft wird der Baum urplötzlich von Schädlingen befallen…

Wie ist der Film?

Außerhalb Dänemarks bekommt man nicht alle Tage einen dänischen Kinofilm zu sehen. Man erinnert sich vielleicht an den Überraschungshit „In China essen sie Hunde“, den bekannten Dogma-Film „Das Fest“ und die namhaft besetzten Werke von Lars von Trier („Dogville“, „Antichrist“). Aber der wichtigste Name der dortigen Filmindustrie seit den letzten Jahren heißt Anders Thomas Jensen. Nach „Dänische Delikatessen“ legt der Regisseur und Drehbuchautor mit „Adams Äpfel“ eine noch stärkere Arbeit hin.

Pechschwarzer Humor, schwärzer als in zwei Coen-Brüder-Filmen zusammen, das ist das Attribut, in dem sich wohl alle Kritiker einig sind. Auf zauberhafte Weise ist „Adams Äpfel“ zudem vieles nur fast: fast albern, fast dramatisch, fast unheimlich. Dieses Dubiose macht die Atmosphäre so einzigartig. Elegant verpackt von geradezu steriler Kameraarbeit und hübscher Musik gefallen vor allem die skurrilen Figuren und deren charakterliche Entwicklung, fernab von Hollywood und schelmisch gegen den Strich gebürstet.

„Adams Äpfel“ ist eine glänzend gespielte, ästhetisch bebilderte, interessant-geheimnisvolle, absolut groteske und einfach selten originelle Komödie, die nebenbei noch ein paar interessante Denkanstöße liefert. So herrlich böse und schräg und dabei meist doch so subtil, dass es fast wirkt, als käme die Komik nur aus Versehen.

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1 Kommentar

  1. Mein Vater und ich haben uns wie immer um das Fernsehprogramm gestritten (leider haben wir nur einen Fernseher im ganzen Haus) und konnten uns nicht einigen! Die Frage war: Grey´s Anatomy oder Tatort!?Da wir Frauen Serien wie „Grey´s Anatomie“ liebe gingen meine Argumente natürlich zu der Serie…leider wollt mein Vater mal wieder eine Wiederholungsfolge von Tatort anschauen. Plötzlich blieben wir beim zappen auf „Adams Äpfel“ hängen. Nach schon kurzer Zeit mussten wir, dass wir diesen Film fertig schauen müssen.
    Der Film schafft es gleichzeitig urkomisch und tieftraurig, bitterböse und herzensgut zu sein. Es geht um schießwütige Araber, behinderte Kinder, brutale Nazis, fanatische Gottesprediger, fette Vergewaltiger, zutiefst zynische Ärzte, gemeine Gehirntumore und natürlich frischen Apfelkuchen.
    Er gehört zu meinen Lieblingsfilmen, die ich mal wieder durch einen Zufall entdeckt und angeschaut habe =)

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