Aftershock – Die Hölle nach dem Beben

DVD-Cover Aftershock – Die Hölle nach dem Beben

5/10

Originaltitel: Aftershock
USA, CL | 2012 | 89 Min. | FSK: ab 18
Horror, Thriller
Regie: Nicolás López
Drehbuch: Eli Roth, Nicolàs López, Guillermo Amoedo
Besetzung: Eli Roth, Andrea Osvárt, Ariel Levy u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.01.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Universum Film

Worum geht’s?

In Chile erlebt ein amerikanischer Tourist, der von seinen beiden einheimischen Kumpeln nur ‚Gringo‘ genannt wird, einen Traumurlaub, allerdings klappt es mit den Frauen noch nicht so recht. Das Männertrio lernt schließlich ein nettes Frauentrio kennen. Beim gemeinsamen Discoaufenthalt vertreibt ein verheerendes Erdbeben jegliche Partystimmung. Ebenso gefährlich wie die Naturkatastrophe selbst sind die Plünderer und Mörder, mit denen es ‚Gringo‘ und seine Clique in der zerstörten Stadt zu tun bekommen.

Wie ist der Film?

Szenenbild Aftershock – Die Hölle nach dem BebenMit dem Vorzeigegesicht Eli Roth holte sich Regisseur Nicolás López einen Genreprofi als Koproduzent, Koautor und Hauptdarsteller ins Boot und sicherte sich damit sogleich einen gewissen Grad an Aufmerksamkeit für sein Projekt. Leider weiß der an sich clevere Roth auch nicht viel zu retten, weshalb „Aftershock“ ein nicht weiter bemerkenswerter B-Horror bleibt.

Die obligatorische Einführung der Charaktere im idyllischen Urlaubssetting reichern López und Roth mit viel Humor und Seitenhieben auf die Generation Smartphone an – einfach so, wie es scheint. Das wirkt bemüht, ist teilweise aber so platt und jugendlich, dass es schon wieder etwas Sympathisches hat. Dann – die Charaktere sind immer noch weitgehend konturlos – kommt mit dem Beben die große Wende. Während der ersten Panik besitzen diverse blutige Unfälle noch einen schwarzhumorigen Unterton, doch haben es die Hauptfiguren erst einmal zurück auf die Straße geschafft, schüttelt der Plot jeglichen Witz ab und irritiert durch absolute Ernsthaftigkeit.

Offenbar will „Aftershock“ mit einem besonders harten Kontrast zwischen Einführung und Katastrophenszenario imponieren, weckt dadurch aber vor allem falsche Erwartungen, verunsichert und wirkt unstimmig. Wäre „Aftershock“ das ironische Splatter-Fest, das sich im Trailer und der ersten halben Stunde ankündigt, gäbe es für Genrefans einen fiesen Spaß für zwischendurch, doch mit dem Anspruch, schockierend tragisch zu sein, verhebt sich der Film. Auch weil Eli Roth („Inglourious Basterds“) für eine ernstzunehmende Hauptrolle schlichtweg nicht authentisch genug schauspielert.

Die von einer erschwinglichen Spiegelreflexkamera erzeugten Bilder liefern einen annehmbaren Kino-Look, zeigen annehmbare Spezial- und Computereffekte und wurden mit annehmbarer Musik aus der Konserve untermalt. Viele Regieeinfälle landen in einem flott geschnittenen Topf und lassen leider keinen eigenen Inszenierungsstil erkennen. „Aftershock“ ist handwerklich also irgendwie in Ordnung und irgendwie belanglos, während sich vor allem das Drehbuch als Manko herausstellt. Die Geschichte weiß mit ihren Figuren im Grunde nichts anzufangen und kratzt bei eingebauten Themen wie dem Verfall sozialer Normen nur an der Oberfläche. Planlose Durchschnittsware.

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