Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

Filmposter Alien

7/10

Originaltitel: Alien
USA | 1979 | 117 Min. | FSK: ab 16
Science-Fiction, Thriller, Horror
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Dan O’Bannon, Ronald Shusett
Besetzung: Tom Skerritt, Sigourney Weaver, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, John Hurt, Ian Holm, Yaphet Kotto
Kinostart: 25.10.79
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.12.03/26.11.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Die siebenköpfige Besatzung des Raumschiffs Nostromo befindet sich nach langer Reise auf dem Rückweg zur Erde. Allerdings ändert der Zentralcomputer den Kurs. Die Crew ist verpflichtet, dem Funksignal eines nahegelegenen Planetoiden auf den Grund zu gehen. Dort lauert eine fremde, äußerst aggressive Lebensform, gegen die der Mensch nahezu machtlos ist.

Wie ist der Film?

Im Zuge des Sensationserfolgs „Krieg der Sterne“ von 1977 entwirft „Alien“ eine kleinere, leisere, greifbarere, nur nicht weniger gefährliche Variante des Lebens im All. Ridley Scott zeigt im Raumschiff bodenständige Figuren mit Ecken und Kanten, offenbar mit einem skrupellosen Konzern im Rücken, inklusive fortgeschrittener Gleichstellung der Geschlechter, was eben nicht nur munter Zukunftsvisionen spinnt, sondern auch verstärkt die Gegenwart kommentiert. Er lässt einen die unendliche Weite des Weltraums und die Verlorenheit des Menschen darin noch richtig spüren, ähnlich wie Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“, nur nutzt er diesen gemäßigten Erzählstil für waschechten Monsterhorror.

Der Film lebt von seiner Atmosphäre, abgerundet von Jerry Goldsmiths feinfühliger Musik, maßgeblich bestimmt durch die detailverliebten Kulissen und Des i gns, wofür insbesondere der schweizerische Künstler H.R. Giger verantwortlich zeichnet – der eigentliche Star der Produktion. Der einzigartige, handgemachte Look von „Alien“ bleibt unerreicht. Obwohl recht langsam erzählt wird, um die Stimmung, die die Raumstation und die eigenartigen Welten ausstrahlen zu wahren, kommt die Handlung relativ flott zum Punkt. Im weiteren Verlauf schleicht sich aber dann doch mal die eine oder andere Länge ein, und der Showdown schließlich wirkt, an den Erwartungen gemessen, eher milde. Als zeitlos kann sich „Alien“ nicht ganz behaupten – wenn auch heute noch recht unheimlich – dafür aber als unvergleichlich charmant.

Neben ebenfalls sympathischen, heute berühmten Akteuren wie Ian Holm und John Hurt macht Sigourney Weaver in ihrer ersten Kino-Hauptrolle nicht nur wortwörtlich eine gute Figur. Ihre Rolle namens Ripley wird als erste Actionheldin der Kinogeschichte gefeiert, was allerdings nicht allzu dramatisch bewertet werden sollte, bedenkt man, dass „Alien“ im Kern ein Horrorfilm ist und sich in diesem Genre schon lange vorher Frauen als ‚Final Girl‘ gegen mordende Bestien zur Wehr setzten, etwa Jamie Lee Curtis in „Halloween – Die Nacht des Grauens“. Nichtsdestotrotz nimmt „Alien“ einen wichtigen Stellenwert in der Filmgeschichte ein, allein schon wegen der aufsehenerregenden Spezialeffekte, und bleibt eines der besten Beispiele für stimmungsvollen Science-Fiction-Horror, vielleicht sogar das erste wirklich ernstzunehmende.

Wertungen (ø 8.75) [?]

7.0 – Philipp Stroh
9.5 – Christian Hoja
10 – Ines Walk
10 – Rajko Burchardt
9.0 – Rochus Wolff
9.0 – Sebastian Büttner
8.0 – Sonse
7.5 – Sophie Charlotte Rieger

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5 Kommentare zu “Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt”

  1. bullion sagt:

    Nee, nee die beiden Filme…

  2. pufaxx sagt:

    Ich vorweg sagen, dass ich maximal zwölf gewesen bin, als ich “Alien” das erste Mal gesehen habe. Natürlich heimlich, irgendwann in den 80ern im Öffentlich-Rechtlichen.

    Das war beileibe nicht mein erster heimlicher Horrorfilm, und ich hab wirklich nie Horrorfilme geguckt, um mich als “toller Hecht” zu fühlen – mir ging’s um die Kunstfertigkeit in den Spezial-Effekten.

    Das Thema hat mich schon immer fasziniert. Raumschiffe, Flutwellen, Monster, Dinosaurier – alles, was irgend möglich war, hab ich mir reingezogen. “Cool” war alles, was “überzeugend” rüberkam. Horror- oder Abenteuerfilm – Wurscht. Dass “die Angst Durchstehen” war eher ein zweitrangiger Reiz.

    Doch dann kam “Alien”.

    Schon allein das Raumschiff hat mich fasziniert. Keine Inneneinrichtung wie aus dem Küchenprospekt. Nein, fleckig, funktionial und ein bisschen kaputt … Keine überstylishen Bedienfelder mit bunten Blinkies, keine sterilen Gänge (wie bei “Raumschiff Enterprise”) – nein. Leitungen, Roher, Drehgriffe, Bodengitter, Schleusen – das Gefühl, dass da tatsächlich Technik hintersteckt. Kein Replikator, kein schickes Geschirr – sondern Fertigfraß.

    “Geil, so könnte das echt aussehen.”

    Und dann der klitzekleine Facehugger. Selbst im unbeweglichen Zustand noch in der Lage, dieses riesige Raumschiff mit seinem Säureblut zu schrotten. Hüllenbruch ist sicher nicht lustig. Und das Biest war erst der Anfang …

    Diese perfekt inszenierte Angst. Ich habe mich bisher noch NIE wieder in meinem Leben bei einem Film so dermaßen gefürchtet. Und noch NIE wieder nach einem Film so schlecht geschlafen …

    Aber schon damals hat mich die Szene enttäuscht, in der das Vieh GANZ gezeigt wurde. Den kompletten Film über hat man nie an “Gummi-Anzug” gedacht (ja, es gibt mehrere Schnittversionen) – Aber am Ende … und dann die lausige Explosion …

    Naja. So seh ich das Ding halt. Normalerweise 10/10 – Aber beim Showdown hätte man meinetwegen gerne weniger zeigen dürfen. Für mich 9/10 und ein absoluter Klassiker.

  3. Philipp sagt:

    Du meine Güte, NOCH weniger Showdown? :D
    Nee, ich weiß was du meinst. Scott war ja auch sehr bedacht darauf, das Viech nicht ganz zu zeigen und hat daher auch diverse Einstellungen rausgeschnitten, aber ein Mal muss man halt was zu sehen kriegen.
    Sehr gute und richtige Gedanken, das zu der Inneneinrichtung! Ich hab versucht, dass mit rein spielen zu lassen, als ich von bodenständigen Figuren mit Ecken und Kanten geschrieben habe. Danke jedenfalls für den ausführlichen Kommentar.

  4. pufaxx sagt:

    Muss man wirklich “was zu sehen kriegen”?

    Mein Wunsch-Ende:

    Besser hätte mir gefallen, wenn man aus der Perspektive des Aliens das “Wegtrudeln” gefilmt hätte. Nochmal ne tolle Gelegenheit den (perfekten) Kopf schön lange von Nahem zu zeigen …

    Vielleicht noch Mundwerkzeuge ausklappen und beim Ersticken (bzw. zerplatzen – Siedepunkt von Flüssigkeiten im Vakuum) japsend zuschnappen?

    Verzweifelt grabschende Klauen? Und die Kreischgeräusche (Vakuum) bitte weglassen …

    Und statt dieser knallbunten Explosion ein lieber leises “fff..umPP!”-Aufblinken aus der Ferne (besser noch: Kein Geräusch), dann nach angemessener Zeit alles hell erleuchten, kurz die Kamera durchschütteln – und schließlich endgültige Stille …

    Leiser Start, leises Ende.

  5. Fabian sagt:

    Hab den Film gestern zum ersten Mal gesehen – nachdem ich mir kürzlich Prometheus im Kino angeschaut habe. Ist wohl nochmal etwas ganz anderes, die Filmreihe aus dieser Perspektive zu sehen.

    Von den “Problemen”, die ich mit älteren Filmen habe (langsame, zähe Schnitte), hat mir der Film schon recht gut gefallen – auch wenn ich mich nicht durchgehend gruseln konnte. Er hat schone in paar starke Elemente – und die Effekte sehen durch heutige Computertechnik noch nicht besser aussehen, zumindest, was das Alien angeht. ;)

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