American High School

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2/10

Originaltitel: American High School
USA | 2009 | 83 Min. | FSK: ab 16
Komödie
Regie: Sean Patrick Cannon
Drehbuch: Sean Patrick Cannon
Besetzung: Aubrey O’Day, Talan Torriero, Jillian Murray, Martin Klebba, Nikki Ziering, Davida Williams u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 06.08.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Sunfilm
Bilder © Sunfilm

Worum geht’s?

Die ältesten Schüler der American High School stehen kurz vor dem Abschluss. Gwen, die nicht zuletzt wegen ihrem Playboy-Papa und ihrem Versager-Bruder das unbeliebteste Mädchen der Schule ist, muss ihren Ehemann, den coolsten Typen der Schule, von ihrer Erzrivalin Hilary fern halten. Hilary und Gwen kandidieren beide für das Amt der Ballkönigin. Doch vor dem Abschlussball haben auch die Lehrer mit diversen Beziehungsproblemen zu kämpfen.

Wie ist der Film?

Szenenbild American High SchoolSollte irgendjemandem da draußen noch das letzte Quäntchen Überzeugung gefehlt haben, dafür, dass High School-/College-Komödien, die seit einigen Jahren direkt auf DVD erscheinen, definitiv nicht sehenswert sind: „American High School“ räumt die letzten Zweifel aus dem Weg.

Im Minutentakt erklingen im Hintergrund die Pop-Punk Songs, nur damit auch ja keiner vergisst, welches Genre man hier zu bedienen versucht. Eine stringente Handlung will sich ums Verrecken nicht einstellen. Stattdessen bekommt man einen surrealen High School-Alltag aufs Auge gedrückt, wo die Jungs immer mal wieder oben ohne auftreten, einfach so, auch im Schulunterricht, und das selbst ohne ein nennenswertes Sixpack aufzuweisen, wo die weibliche Schülerschaft fast ausschließlich aus hirnlosen Nymphomaninnen besteht, wo eine aufgepumpte Kunstlehrerin einfach mal blankzieht, um beim Malkurs für Inspiration zu sorgen, und wo ein qualifikationsloser, kleinwüchsiger Schulleiter das Sagen hat. Bei aller Liebe… nein!

Wenn ein Tatbestand glaubhaft gemacht werden soll, z.B. dass das unbeliebteste Mädchen der Schule mit dem beliebtesten Jungen der Schule verheiratet ist, muss es genügen, dass es drei-, viermal erwähnt wird. Texteinblendungen ersetzen Bildsprache. Die Szenerie wirkt zum Haare raufen konstruiert. Menschen stolzieren ins Bild, ganz gleich, ob es Sinn macht, dass sie gerade am entsprechenden Ort sind, und tragen ihren halb improvisierten Text vor. Das macht nicht nur die schlaffe Regie sichtbar. Offensichtlich wurde zu wenig Material gefilmt, was zu langen Einstellungen in unvorteilhaften Kameraperspektiven und zahlreichen Anschlussfehlern beim Schnitt führt. „American High School“ grenzt nicht nur inhaltlich, sondern auch handwerklich an ein Desaster.

Am überraschendsten ist der Auftritt von Sänger Trini Lopez („If I Had a Hammer“) am Abschlussball, der berühmtesten Person im Film, neben ein paar Blondinen, die sich mal für den Playboy ausgezogen haben und dem Liliputaner, der als Crewmitglied von Jack Sparrow fungieren durfte. Jetzt wissen wir: Lopez ist alt und braucht das Geld. „American High School“ versucht kläglich mit B- und C-Prominenz sowie Vergleichen mit erfolgreichen Teeniefilmen zu locken, bringt aber keinen eigenen triftigen Grund mit, warum man sich diese Klamotte zu Gemüte führen sollte. Da ist höchstens die wirklich hübsche, nicht blonde, silikonfreie Hauptdarstellerin Jillian Murray (bisher fast nur in TV-Serien zu sehen), aus der mit kompetenter Führung nochmal etwas werden könnte.

Regisseur und Autor Sean Patrick Cannon hat seine Chance für sein erstes eigenes Projekt ordentlich in den Sand gesetzt und wir hoffentlich erst wieder nach einigem Nachhilfeunterricht zurück auf den Chefstuhl gelassen. Was noch einigermaßen akzeptabel anfängt, mündet recht schnell in ein albernes Chaos aus Unfähigkeit, wo sich die 83 Minuten ziehen wie zwei Stunden und drei-, viermal Schmunzeln das höchste der Gefühle ist. Die „American High School“ (sogar in der Originalfassung heißt die Schule so!) gehört umgehend geschlossen. Gäbe es nicht das Recht auf Meinungsfreiheit, wäre die DVD-Hülle eine Straftat, aufgrund von Sprüchen wie „WITZIGER ALS AMERICAN PIE“ – und das ist nur die dreisteste aller Lügen, die darauf zu finden sind.

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