Another Earth

Filmposter Another Earth

7.5/10

Originaltitel: Another Earth
USA | 2011 | 93 Min. | FSK: ab 12
Drama
Regie: Mike Cahill
Drehbuch: Mike Cahill, Brit Marling
Besetzung: William Mapother, Brit Marling u.a.
Kinostart: 10.11.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 03.05.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit | Filmposter

Worum geht’s?

Im Autoradio hört Rhoda, die gerade die Zulassung zu ihrem Wunschstudium gefeiert hat, von einem neuen Planeten, der nahe der Erde aufgetaucht sei. Daraufhin verursacht sie aus Unachtsamkeit einen tragischen Autounfall. Nachdem sie ihre Gefängnisstrafe abgesessen hat, nimmt Rhoda eine einfache Arbeitsstelle an und richtet ihr Leben darauf aus, beim überlebenden Unfallopfer Vergebung zu finden.

Wie ist der Film?

„Another Earth“ lebt von einer faszinierenden Grundidee, und Spielfilmdebütant Mike Cahill macht schnell klar, dass er diese Idee nicht unter dem Science-Fiction-Aspekt, sondern ohne sonderlichen Anspruch auf wissenschaftliche Plausibilität als philosophische Metapher betrachtet. Er erzählt ein klassisches und doch originelles Schuld-und-Sühne-Drama rund um eine Hauptfigur, glänzend gespielt von Brit Marling. Die Form ist experimentell, heterogen und verwackelt, zum Teil wie man es von Independent-Projekten kennt. In anderen Filmen würden diese Spielereien alsbald auf die Nerven gehen, doch in „Another Earth“ unterstreichen sie perfekt das aufgewühlte Innenleben der Protagonistin, sodass man immer ganz nah bei ihr ist.

Die zweite Erde dient als Anstoß zur Selbstreflexion, steht für Sehnsucht sowie die Frage, was wir aus unserem Leben machen wollen und gemacht haben. Cahill macht die fehlende Logik in der Handlung rund um das Sinnbild des Planetenduplikats mit seiner atmosphärisch dichten Inszenierung vergessen. Allein die Klassisches und Elektronisches vereinende Musik ist spannend. Weil die gemeinsam mit der Hauptdarstellerin erdachte Geschichte – sicherlich auch bedingt durch das geringe Budget – so konzentriert ist, wirkt „Another Earth“ umso authentischer.

„Another Earth“ ist ein feinfühliger, surrealer und doch lebensnaher Ausnahmefilm voller Ideen und Poesie. Nach dem schönen Ende hat er die Kraft, in den Köpfen des Publikums noch beliebig weiter zu wachsen. Durch den rohen Stil wirken die dezenten visuellen Effekte angenehm natürlich. – So setzt mein ein kleines Budget richtig ein. Der beliebte Vergleich mit Lars von Triers „Melancholia“, wo auch ein unbekannter Planet am Firmament auftaucht, hinkt übrigens zu sehr, um ihn hier aufzuführen. „Another Earth“ ist nämlich ein Film voller Hoffnung.

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