Apocalypto

DVD-Cover Apocalypto

7.5/10

Originaltitel: Apocalypto
USA | 2006 | 139 Min. | FSK: ab 18
Historienfilm, Drama, Action, Abenteuer
Regie: Mel Gibson
Drehbuch: Mel Gibson, Farhad Safinia
Besetzung: Rudy Youngblood, Raoul Trujillo, Mayra Sérbulo u.a.
Kinostart: 14.12.06
DVD/Blu-Ray VÖ: 29.05.05/19.11.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Koch Films

Worum geht’s?

Im Regenwald führt der Jäger ‚Pranke des Jaguars‘ ein friedliches Leben mit seiner Familie, bis eines Tages seine Siedlung überfallen und zerstört wird. Viele Stammesmitglieder sterben, andere werden verschleppt. In einem kompromisslosen Überlebenskampf muss ‚Pranke des Jaguars‘ über sich hinauswachsen, um zu retten, was er liebt.

Wie ist der Film?

Szenenbild ApocalyptoOffenbar unbeeindruckt von der Kontroverse, die er mit „Die Passion Christi“ auslöste, verfolgt Mel Gibson in seiner folgenden Regiearbeit die gleiche Herangehensweise – drastisch und dramatisch. Zu den Maya haben allerdings nicht so viele Menschen eine persönliche Meinung wie zu Jesus, weshalb man Gibson diesmal mehr durchgehen lässt. „Apocalypto“ ist eine inszenatorische Wucht sondergleichen, inhaltlich aber mit Vorsicht zu genießen.

Majestätische Naturaufnahmen, fantastisches Kostüm- und Makeup-Design sowie stimmungsvoll-exotische Musik kreieren eine ganz neue (alte) Welt mit hoher Sogwirkung. Der Digital-Look der Kamera sowie die vielen provisorischen Zeitlupen sind nicht gerade schön, doch dafür findet Gibson umwerfend schöne Motive. Monumentale Massenszenen bringen zum Staunen und erinnern an große Klassiker à la „Ben Hur“. Temporeiche Action-Momente wissen zu packen. Gewalt stellt ein großes Thema dar, doch der Regisseur zeigt nur so viel, wie es der Intensivierung seiner Geschichte dienlich ist, ohne vollends dem Selbstzweck zu verfallen.

Dass das im Film gesprochene Mayathan laut Experten Mumpitz ist, bemerken die wenigsten; dass das Drehbuch historische Fakten verdreht, dürfte niemanden überraschen. „Apocalypto“ ist offensichtlich kein Dokumentarfilm, und doch erweckt Gibson in seiner Ausführlichkeit den Anschein, sein Publikum über das Leben der Maya aufklären zu wollen. Dabei stellt er jedoch gefährliche Behauptungen auf, und letzten Endes verbrät er sein unverbrauchtes Setting für ein konventionelles Katz-und-Maus-Spiel, wie es im Kino ständig erzählt wird. Bei „Apocalypto“ weiß man nie so genau, woran man ist. Ratsam ist sicherlich, die Handlung zumindest ein Stück weit zu abstrahieren und als allgemeine Zivilisationskritik zu lesen, ohne Fingerzeig auf eine konkrete Bevölkerungsgruppe. Dann ist das eingangs eingeblendete Zitat hinreichend selbsterklärend.

„Apocalypto“ ist erzählerisch ein zweischneidiges Schwert, als Action-Drama-Unterhaltung aber zweifellos hocheffektiv. Hut ab für dieses Mammut-Experiment.

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