Augenblicke – Gesichter einer Reise

Filmposter Augenblicke

5.5/10

Originaltitel: Visages Villages
FR | 2017 | 94 Min. | FSK: ab 0
Dokumentation
Regie: JR, Agnès Varda
Drehbuch: JR, Agnès Varda
Kinostart: 31.05.18
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Szenenbild © Agnès Varda-JR-Ciné-Tamaris, Social Animals 2016

Worum geht’s?

Regisseurin Agnès Varda und Street-Art-Künstler JR lernen sich über ihre gemeinsame Leidenschaft, die Fotografie kennen. Sie, fast 90, und er, Mitte 30, beschließen, für ein Kunstprojekt gemeinsam durch Frankreich zu fahren. Agnès zeigt ihrem Kollegen aus der Großstadt ländliche Gegenden. Mit JRs ‚Foto-Truck‘ drucken die beiden großformatige Bilder der Menschen, die sie treffen und bringen diese an öffentlichen Orten an. Im Gespräch mit den Modellen gibt es viel zu erfahren.

Wie ist der Film?

Szenenbild Augenblicke„Augenblicke – Gesichter einer Reise“ lehrt, dass jeder Mensch eine Geschichte zu erzählen hat. Das ist nun wirklich keine neue Erkenntnis, und so besticht die Dokumentation vor allem durch den Charme des ungleichen Paares. Leichtfüßig und selbstironisch bewegen sich Varda und JR durch ihr Experiment, das unter den Augen des Publikums Form annimmt. Die riesigen fotografischen Ergebnisse sind in der Tat schön anzusehen.

Eine klare Erzählstruktur verwehrt das Regie-Gespann. Lieber vermitteln die beiden das romantische Gefühl eines spontanen Aufbruchs und sammeln dabei einige sympathische Gesprächsfetzen. Als Dokumentarfilm lässt sich dieses Projekt nur teilweise bezeichnen – zu oft unterliegen Varda und JR der Versuchung, sich selbst szenisch zu inszenieren. Ein Einblick in die Technik des Foto-Trucks beziehungsweise der großformatigen Fotoproduktion wäre interessant gewesen, doch der Film bewegt sich konsequent auf einer emotionalen Ebene, auf den Menschen konzentriert.

Der 2018 mit einer Oscar-Nominierung als bester Dokumentarfilm bedachte „Augenblicke – Gesichter einer Reise“ ist eine niedliche Collage, die für das Aufeinander Zugehen und voneinander Lernen appelliert. Kein investigativer oder sonderlich bildender Film, aber ein netter Gruß an die Kunst und einfache Menschen, die im Rampenlicht selten zu Wort kommen.

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