Avengers: Age of Ultron

Filmposter Avengers: Age of Ultron

8.5/10

Originaltitel: Avengers: Age of Ultron
USA | 2015 | 142 Min. | FSK: ab 12
Comicadaption, Science-Fiction, Action
Regie: Joss Whedon
Drehbuch: Joss Whedon
Besetzung: Robert Downey, Jr., Chris Evans, Mark Ruffalo, Chris Hemsworth, Scarlett Johansson, Jeremy Renner u.a.
Kinostart: 23.04.15
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.09.15

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Das mächtige Zepter von Thors Adoptivbruder Loki wurde gestohlen, doch die Avengers finden sich erneut zusammen und holen es zurück. Bei geheimen Untersuchungen entdecken Tony Stark und Bruce Banner im Zepter eine hochentwickelte künstliche Intelligenz, die Stark ‚Ultron‘ tauft. Ultron soll in einer Maschine verbaut werden, um die Welt vor außerirdischen Angriffen zu schützen. Doch die künstliche Intelligenz verselbstständigt sich und rekrutiert eine eigene Armee. Für den Weltfrieden will Ultron die Erde von der selbstzerstörerischen Menschheit befreien.

Wie ist der Film?

Ein Superhelden-Crossover-Film, der obendrein eine Fortsetzung ist, muss zahlreiche Pflichten erfüllen, bevor Regie und Drehbuch überhaupt kreativ sein können. Unter diesem Gesichtspunkt gelang Regisseur und Autor Joss Whedon (erneut) eine hervorragende Gratwanderung. 2012, kurz bevor „Marvel’s The Avengers“ ins Kino kam, kündigte Whedon den damals schon sicheren zweiten Teil als ‚kleineren‘ Film an, da gar nicht erst versucht werden dürfe, Teil 1 zu übertreffen. Nun, drei Jahre später sieht die Sache anders aus: „Avengers: Age of Ultron“ dringt nicht nur tiefer in die Charaktere ein, sondern ist dem Vorgänger in Sachen Action mindestens ebenbürtig. Respekt.

Seine volle Publikumswirkung entfaltet der Film nur in Kenntnis sämtlicher vorangegangener Einträge im Marvel Cinematic Universe – zehn an der Zahl –, denn inhaltlich ist alles miteinander verknüpft, was Fans umso mehr Freude bereitet. Trotzdem besitzt jedes Werk seine eigene Identität, wie auch „Avengers: Age of Ultron“ – bei allem Spektakel immer noch eine Charakterstudie und kein reiner Übergangsfilm im Marvel-Masterplan. Glücklicherweise wurden Captain America, Iron Man, Thor, Hulk, Black Widow und Hawkeye bereits hinreichend ein- und zusammengeführt, denn im zweiten Abenteuer der Rächer stoßen noch einige Neulinge hinzu. Es besteht noch größere Überladungsgefahr als zuvor, doch Whedon gibt den selbstlosen Mustervater und nimmt sich für alle seine Kinder genügend Zeit.

Der Fokus legt sich auch mal auf die weniger populären Avengers (Black Widow, Hawkeye, Dr. Banner), bindet Sidekicks aus anderen Marvel-Filmen unverkrampft mit ein und nutzt solche Ausflüge, um die Hauptgeschichte anzutreiben, statt sie aus den Augen zu verlieren. Wie immer steht und fällt die Geschichte mit dem Bösewicht, und dessen Unnahbarkeit ist Vor- und Nachteil zugleich. Roboter Ultron bedroht durch seine komplizierte Herkunft, unberechenbares Verhalten und schwer zu begreifende Macht auf recht einzigartige Weise, doch lässt er trotz sehr menschlicher Sprache den Charme eines Antagonisten aus Fleisch und Blut vermissen. Ein notwendiges Opfer für einen unterm Strich interessanten, ungewöhnlichen Endgegner.

Mit dem Figurenarsenal wachsen im Avengers-Universum sowohl die Düsternis als auch der Humor. Der Tod scheint allgegenwärtig, während sich unsere Helden in sehr persönlichen Albträumen wiederfinden. Gleichzeitig fallen im Vergleich zum ersten Teil noch mehr witzige Sprüche, von denen immerhin die meisten zünden. Allerdings versucht „Age of Ultron“ nie, sich der Bodenständigkeit von „The Return of the First Avenger“ oder der Albernheit von „Guardians of the Galaxy“ anzubiedern, sondern bleibt dem eigenen, dramatisch-unterhaltsamen Stil treu.

In unter zweieinhalb Stunden prasselt arg viel auf das Publikum ein, doch Joss Whedon schafft einen erstaunlich harmonischen Balanceakt zwischen Effekte-Gewitter und sorgfältigem Figurenportrait. Die technische Qualität und Imposanz steht außer Frage, doch sollte man nicht vergessen, dass es sich hier auch um einen Ensemblefilm handelt, von dem Autoren einiges lernen können. Gerade bei den Avengers zeigt sich: Die Übermacht und der zunehmende Größenwahn des Franchise sind bisher wohl oder übel gerechtfertigt, denn das Marvel Cinematic Universe denkt einfach an alles.

„Avengers: Age of Ultron“ ist eine stimmige Fortsetzung auf dem Niveau des Vorgängers von 2012, so flüssig und kurzweilig erzählt, dass keine Zeit zum Nachdenken über Ungereimtheiten bleibt. Ein würdiger Abschied von Joss Whedon, der, ausgebrannt, das Zepter für die nächsten Avengers-Filme an die Regisseure von „The Return of the First Avenger“ abgegeben hat. Es bleibt spannend im Heldenpool und ist noch lange nicht vorbei.

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