Awake

DVD-Cover Awake

5.5/10

Originaltitel: Awake
USA | 2007 | ca. 85 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Direct-to-DVD
Regie: Joby Harold
Drehbuch: Joby Harold
Besetzung: Hayden Christensen, Jessica Alba u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 12.12.08/10.12.08

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Kinowelt
Bilder © Kinowelt

Worum geht’s?

Der junge, reiche, gutaussehende und glücklich liierte Clayton ist schwer krank und wartet auf ein Spenderherz. Bei der ersehnten OP erlebt er den blanken Horror: Die Narkose schaltet nur seine motorischen Fähigkeiten ab, lässt ihn aber alles weiterhin hören, sehen und fühlen. Obendrein erfährt er auf diese Weise durch die Ärzte von einer völlig ungeahnten Verschwörung.

Wie ist der Film?

Wenn es ein Film mit Starbesetzung nicht in die deutschen Kinos schafft, sondern direkt auf DVD veröffentlicht wird, sollte man misstrauisch werden. So auch bei „Awake“.

Szenenbild AwakeWährend einer Narkose nicht wegtreten, sondern von den Ärzten unbemerkt bei Bewusstsein bleiben, unfähig sich mitzuteilen, völlig gelähmt – eine wahrlich schauderhafte Vorstellung. Ein guter Stoff für einen packenden Thriller oder Horrorfilm, möchte man meinen. „Awake“ greift diese interessante Idee auf und …verschenkt leider einen großen Teil des Potentials.

Das sehr hübsch anzusehende Leinwandpaar Jessica Alba und Hayden Christensen entschädigt schon mal für einiges. Dennoch bleibt die Geschichte so wie sie präsentiert wird recht unglaubwürdig. Als der Protagonist seine fatale Situation erkennt und das Skalpell an seinem wehrlosen Körper ansetzt, kann einem durchaus ein Schauer über den Rücken laufen. Danach fällt die Spannung leider deutlich ab. Bei den Ablenkungsversuchen des Patienten fragt man sich, wie sich das mit dem Schmerzempfinden nun verhält und schafft es schließlich nicht mehr, sich in ihn hineinzuversetzen.

Dieses Regiedebut von Joby Harold gibt sich optisch besonders elegant und die Bilder sind wirklich sehr gekonnt inszeniert. Es herrscht lange Zeit eine Art Ruhe-vor-dem-Sturm-Stimmung. Der Haken ist: Der Sturm tritt nie so wirklich ein.

Bald wird klar, dass das Phänomen der „intraoperativen Wahrnehmung“ gar nicht so sehr im Vordergrund der Handlung steht. Doch man hätte sich lieber weniger weit davon entfernen sollen. Gelungen ist, wie sich die Sichtweise des Zuschauers auf die verschiedenen Charaktere nach und nach verändert. Man bekommt immerhin überraschende Wendungen geboten, bis hin zu einem runden Abschluss. Nur wirkt das Gesamtbild eben einfach nicht wirklich stimmig. Sind die Entwicklungen auch noch so unvorhersehbar, manche davon wirken einfach zu konstruiert.

„Awake“ konzentriert sich zu sehr auf audiovisuelle Raffinessen statt auf einen wirklich einschneidenden und gut strukturierten Spannungsbogen. So bleibt leider nicht mehr als ein hübscher abendlicher Thriller für zwischendurch. Vielleicht lässt sich die Freundin mehr von dem Szenario packen. Einen Versuch wäre es Wert.

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