Batman Begins

Filmposter Batman Begins

5/10

Originaltitel: Batman Begins
USA | 2005 | ca. 140 Min. | FSK: ab 12
Comicadaption, Thriller, Action
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan, David S. Goyer
Besetzung: Christian Bale, Michael Caine, Liam Neeson, Katie Holmes, Gary Oldman, Cillian Murphy, Morgan Freeman u.a.
Kinostart: 16.06.05
DVD/Blu-Ray VÖ: 14.10.05

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Bruce Wayne muss als kleiner Junge mit ansehen, wie seine Eltern auf der Straße erschossen werden. Er erbt einen großen Industriekonzern und wird ein reicher Mann, doch in ihm brodeln ununterbrochen Schuld- und Rachegefühle. Auf einer Reise in ferne Länder findet er seinen Mentor, der ihn zum dunklen Kämpfer gegen das Unrecht ausbildet, als der er in seine von Korruption und Kriminalität verseuchte Heimatstadt Gotham zurückkehrt.

Wie ist der Film?

Viele Jahre mussten ins Land ziehen, um die vom kunterbunten Desaster „Batman & Robin“ verursachten Wunden der Warner Bros. zu heilen und nach diversen Erfolgen der Konkurrenz im Superheldengenre endlich wieder eines der vielen diskutierten Projekte um den dunklen Ritter in die Tat umsetzen zu können. Ein ganz frischer Ansatz musste her, für den Regisseur Christopher Nolan auserkoren wurde. Mit Werken wie „Memento“ erwies er sich als einer der neuen großen Kinovisionäre und versprach die nötige Seriosität für das neue Batman-Projekt. Nolans Comicdefizite glich Autor David S. Goyer aus, der die weit über ein halbes Jahrhundert alte Figur des Fledermausmannes bestens kennt. Gemeinsam schöpften die beiden aus einer kleinen Auswahl literarischer Vorlagen, insbesondere solche, die Batmans Ursprünge beleuchten, und übertrugen jene Abenteuer in eine ungeahnte filmische Authentizität – ein konsequenter Neustart.

„Batman Begins“ ist einer der Begründer der aktuellen Reboot-Welle und eben auch noch eines der wirklich sinnvollen Reboots. In keiner anderen Batman-Verfilmung vorher wurden die Vergangenheit und die Beweggründe Bruce Waynes so sorgfältig herausgearbeitet, was in diesem Fall nicht einfach ein verzweifeltes Wühlen nach neuem Filmstoff ist, sondern eine tiefere Beziehung des Publikums mit der Hauptfigur ermöglicht. – Mit dieser Beziehung stehen und fallen schließlich die meisten Filme. Neben Schuld und Vergeltung gesellt sich noch die Angst als zentrales Motiv hinzu; sich der Angst stellen indem man zu ihr wird. Und so entsteht eine ungleich schlüssige Wandlung vom Milliardenerbe zum kostümierten Verbrechensbekämpfer. Glücklicherweise werden dabei auch nicht die neuen Hilfen und Tücken der Gegenwart vergessen.

Nolan verblüfft in seinem ersten „Batman“ mit einem Realismus, wie man ihn wohl nicht für möglich gehalten hätte. Hauptdarsteller Christian Bale, der sich für den Film zum Muskelberg mauserte, nachdem er sich erst kurz zuvor für „Der Maschinist“ bis auf die Knochen abgemagert hatte, balanciert glaubhaft zwischen den verschiedenen Gesichtern seiner Figur. Um den heroischen Grundton der Geschichte noch zu verstärken, griff man zu einer Starbesetzung. Die vielen großen Namen in den Nebenrollen sind teilweise sogar etwas gegen den Strich besetzt, funktionieren aber alle – auch wenn eine Katie Holmes natürlich gegen einen Tom Wilkinson abstinkt. Ein raffinierter Kniff.

So wird „Batman Begins“ mit seinem befremdlichen Ninja-Prolog samt kunstvoll ineinander geschnittenen Zeitebenen also zum Epos, das durch seine Glaubhaftigkeit ansprechen soll, konstruiert. Ein Epos, das sich trotz des zackigen Schnitts gemächlich ausbreitet. Nun, die Hintergrundgeschichte eines Mannes allein kann einen Batman-Film freilich nicht tragen. Glücklicherweise wurde endlich, endlich die Chance genutzt, Batmans Verbündetem Jim Gordon (später der besser bekannte Commissioner Gordon) mehr Raum zu gewähren, zumal diese Figur schon immer viel Potential hatte (Gary Oldman macht dabei einen tollen Job). Aber das reicht natürlich auch noch nicht. Ein Film, insbesondere ein Superheldenfilm, ist nur so stark wie seine Schurken. Und da offenbart sich ein Hauptproblem von „Batman Begins“.

Es gibt (mindestens) drei, deutlich verschiedene Bösewichte, doch logischerweise stehen sie einander eher im Weg, statt einander und damit auch der Handlung zu dienen. Am schlimmsten trifft es den irgendwann einfach abgewürgten Scarecrow, der arg verschenkt wirkt, selbst wenn er nur als Symbol für das Hauptthema Angst fungieren soll. Da wurde ein Fehler von „Batman & Robin“ (in abgewandelter Form) doch tatsächlich noch einmal begangen. Und was dann noch bleibt, ist gar nicht mal so spannend, bis auf ein paar herausragende Szenen und den hübschen Showdown („Spider-Man 2“ lässt grüßen), in welchem die beachtlich dezent klingende aber treibende Musik von Hans Zimmer und James Newton Howard am besten zur Geltung kommt.

Das ist nun also der ‚realistische‘, erwachsene Batman, mit echten Stunts und diversen Originalschauplätzen, mit nachvollziehbarer Entstehungsgeschichte, renommiertem Ensemble, viel Vorbereitung und wenig Höhepunkten. Der neue Ansatz zieht die Reihe aus der Sackgasse, doch so sehr man diese Tatsache auch abfeiern will, der Spaß, den bis dato jeder Batman-Film auf seine Weise gemacht hat, bleibt hier auf der Strecke. „Batman Begins“ ist manchmal gleichzeitig überladen und inhaltsarm, ein ordentlich gemachter Thriller statt imposante Comicadaption, und vor allem die nötige Vorlage für den eigentlichen Coup: die Fortsetzung.

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