Batman Forever

Filmposter Batman Forever

6/10

Originaltitel: Batman Forever
USA | 1995 | ca. 122 Min. | FSK: ab 12
Action, Comicadaption
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Akiva Goldsman
Besetzung: Val Kilmer, Tommy Lee Jones, Jim Carrey, Nicole Kidman, Chris O’Donnell u.a.
Kinostart: 03.08.95
DVD/Blu-Ray VÖ: 31.03.99/21.01.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der frühere Staatsanwalt Harvey Dent, der durch einen Unfall im Gerichtssaal halb entstellt wurde und zum Schurken Two-Face mutierte, begeht in Gotham City zahlreiche Überfälle. Unterdessen wird Wayne-Enterprises-Mitarbeiter Edward Nygma zum Riddler, nachdem seine gefährliche Erfindung von Bruce Wayne abgelehnt wird. Die beiden Schurken tun sich zusammen, erobern die Stadt und geben Batman fiese Rätsel auf. An Batmans Seite stellt sich Dick Grayson, der sich an Two Face für den Tod seiner Familie rächen will.

Wie ist der Film?

Schnitt. Nach dem viel teurer aber keineswegs erfolgreicher als sein Vorgänger ausgefallenen „Batmans Rückkehr“ leitete Warner Bros. für die Fortführung der Reihe einen drastisch veränderten, nicht mehr so düsteren, sondern familienfreundlicheren Stil ein. Tim Burton zog sich ganz auf den Produzentenposten zurück und überließ den Regiestuhl Joel Schumacher, während Batman-Darsteller Michael Keaton sich endgültig verabschiedete und durch Val Kilmer ersetzt wurde. Die massentauglichere Rundumerneuerung des Franchise zahlte sich an den Kinokassen aus, lässt zwar einiges an Burtonscher Tiefe vermissen, entbehrt dafür aber nicht einem soliden Unterhaltungswert und ist in so manchen Belangen besser zu verdauen.

„Batman Forever“ ist ausgeleuchtet wie ein Stripclub. Durch ein mit Tokio-Einflüssen versehenes, nicht mehr faszinierend surreal, sondern eigentlich nur noch gekünstelt aussehendes Computerspiel-Gotham stapft ein unterkühlter Val Kilmer in der Titelrolle, später begleitet vom leicht überzeichneten Grünschnabel-Rotkehlchen, während Nicole Kidman als dauerläufiger Männertraum unter Wert verkauft wird. Zum Glück ist der gute, alte, nahezu unveränderte Michael Gough alias Butler Alfred noch dabei und bereichert die Handlung um seinen erdigen Charme. Jim Carrey immerhin passt ideal in die Rolle des verrückten Wissenschaftlers/Superschurken und muss dazu nur seinen „Die Maske“-Stil weiterführen. Er hat die Lacher mal wieder auf seiner Seite. Dem von Carrey angesteckten Tommy Lee Jones kauft man die absurd ausufernde Blödelei dagegen kaum ab.

Wie die Schauspielerei hat auch das Drehbuch seine Höhen und Tiefen. Die Handlung kommt sofort zur Sache, das gefällt (dem Publikum). Enttäuschend dabei ist aber, wie nachlässig und selbstverständlich der Auftritt von Two-Face darin abgehandelt wird (der Riddler bekommt wenigstens eine kleine Entstehungsgeschichte), zumal die Figur als Harvey Dent in „Batman“ (1989) doch so behutsam eingeführt wurde. – Nichts davon ist mehr übrig, da es sich nicht einmal mehr um denselben Schauspieler mit derselben Hautfarbe handelt. Zugutehalten muss man „Batman Forver“ wiederum, dass endlich die Vergangenheit Bruce Waynes ein Stück weit beleuchtet wird. Nach zwei Burton-Batmans, die sich verhältnismäßig wenig für die Hauptfigur an sich interessierten, war das einfach überfällig.

Musikalisch distanziert sich Komponist Elliot Goldenthal von Danny Elfmans kongenialer Vorlage und schafft mit seiner Musik eine längst nicht so eingängige aber von ähnlich epischem Charakter zeugende Musikuntermalung – geht in Ordnung. Über das neue Batmobil mit weit auffälligeren (Kot-) Flügeln und die Nippel an den Anzügen Batmans und Robins lässt sich streiten. Es ist eben ein „Batman“ der MTV-Ästhetik geworden, schrill und laut, aber dennoch bodenständiger als der gruselige Vorgänger. Das interessante Thema der Doppelidentität findet wieder seine Behandlung, bleibt allerdings weitgehend an der Oberfläche. Summa summarum akzeptable Unterhaltung mit immens spielfreudigen Schurken, so manchem Ausrutscher aber auch willkommenen Neuerungen. Ein „Batman“-Film, der sich übrigens wieder viel stärker an der ulkigen TV-Serie aus den 60ern orientiert. Und gegen diesen Ansatz ist an und für sich nichts einzuwenden.

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