Beamer – Wenn es auf die Größe ankommt

BeamerKinofans sind sich einig: Manche Filme brauchen einfach die große Leinwand. Seien es Geschichten, die von visuellen Effekten leben, wie die Superheldenabenteuer aus dem Hause Marvel und DC, oder aber Historienklassiker voller Landschaftsromantik, wie der epische „Lawrence von Arabien“. In kleine Bildschirme gezwängt kommen die Intention und das Herzblut der Filmschaffenden oft nicht zur Geltung. Schlimm genug, dass viele Konsumierende sich zu Hause standardmäßig mit einem Laptop als Film- und Serienquelle begnügen – die Rundumbeschneidung von Bewegtbildkunst. Aber es gibt ja auch das andere Extrem. Wer den Begriff ‚Heimkino‘ wörtlich nimmt, kommt an Beamern nicht vorbei.

TV-Geräte haben sich über die Jahre und Jahrzehnte kontinuierlich verbessert und vergrößert, stoßen irgendwann aber auch an ihre Grenzen, wenn man das echte Kino-Feeling in den eigenen vier Wänden erleben will. Da hilft nur noch ein Beamer. Die erste Hürde: Eine ganze Wand im Raum sollte frei sein, um als Bildfläche zu dienen. Steht nicht ausreichend weißer Putz beziehungsweise Tapete zur Verfügung, kann auch ein Bettlaken gespannt werden. Die Falten oder Wandstrukturen sorgen allerdings für einen nicht einwandfrei glatten Bildeindruck und könnten somit bei genauerem Hinsehen stören. Profis leisten sich mit dem Beamer gleich eine zugehörige Leinwand zum Aufziehen, üblicherweise mit einer Breite von 2 bis 3 Metern. Die Preisspanne hierbei liegt bei etwa 25 bis 150 €. Zu Hause heißt es dann: Vorhang zu und Film ab!

Das riesige Bild erweckt leicht den Eindruck, in einem echten Kinosaal zu sitzen – vorausgesetzt man verwendet dazu angemessene Lautsprecher und ist mit bequemen Sitzgelegenheiten ausgestattet. Aber Beamer ist natürlich nicht gleich Beamer. Manch einer erinnert sich bestimmt an die quadratischen Projektionen in der Schule oder im Konferenzraum. (Heutzutage ermöglichen es sogenannte Pocket Beamer, die eigenen Referate auch unterwegs an alle möglichen Wände zu werfen.) An die zugehörigen Präsentationen hat man selten spannende Erinnerungen. Es gibt allerdings auch Beamer speziell für Gaming oder eben die heimische Spielfilmprojektion.

Die unterschiedlichen Modelle unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe und ihrem Preis (ein solides Einsteigermodell bekommt man für 70 €; die Premiumvariante kratzt an den 700). Beamer verwenden auch verschiedene Technologien, denn viele Wege führen zum klaren Bild. Wie handelsübliche Fernseher benutzen auch Beamer die LCD- und LED-Technik. Darüber hinaus ist das Digital Light Processing (DLP) bei Heimkino-Beamern sehr beliebt. Dieses Verfahren projiziert das Bild mithilfe von Millionen winziger Spiegel, die jeweils einem einzigen Lichtpunkt entsprechen. Gerade im Kommen ist das noch junge 3LCD-Verfahren: Weißes Licht wird durch dichroitische Spiegel in die drei Hauptfarben rot, blau und grün zerlegt, mithilfe eines eigenen LCDs auf die Leinwand weitergeleitet und innerhalb eines Prismas mit den restlichen Farben vereint.

3LCD-Projektion besticht vor allem mit hoher Leuchtkraft. Überhaupt ist die eigene Leuchtkraft des Beamers umso wichtiger, je heller der Raum ist, in dem er sich befindet. Ein vernünftiges Heimkino lässt sich natürlich sowieso vollständig abdunkeln und macht das Leuchtkraft-Problem hinfällig. Bleibt noch die Markenfrage, und diese ist, wie bei anderen technischen Geräten auch, eine Glaubensfrage. Bei Heimkino-Beamern haben in der Regel bekannte Computermarken wie Acer und Epson die Nase vorn, aber auch unbekannte Modelle können überzeugen. Sorgfältige Recherche oder eine gute Beratung sind für den Entscheidungsprozess wichtig, schließlich will man im Idealfall viele Jahre lang zufrieden mit dem Produkt sein.

Neben den eingangs erwähnten Filmen gibt es noch zahlreiche weitere Beispiele, die auf extragroßer Bildschirmdiagonale erst so richtig Spaß machen. Man denke an das „Fast & Furios“-Franchise, oder aber an bezaubernde Naturdokus à la „Unsere Erde“ und „Grizzly Man“. Möglicherweise werden heimische Beamer die klassischen Kinosäle nach und nach ersetzen. Im Zuge dessen gibt es noch ganz andere Gedanken zu spinnen: Vielleicht ging der Film-Trend schon viel zu weit in Richtung visuelle Überwältigung. Sind Inhalte, sprich gute Geschichten zu weit in den Hintergrund getreten? Muss ein wirklich guter Film nicht auf jeder Bildgröße funktionieren? Größe ist nicht alles, aber ein Genuss bleibt sie allemal.

Wer die finanziellen Mittel und passenden Räumlichkeiten besitzt, sollte über die Erweiterung des eigenen Heimkinos nachdenken. Für den Rest, eigentlich aber für alle bleibt noch die Alternative des klassischen Kinos, dessen Charme und Gemeinschaftserlebnis letzten Endes doch nichts ersetzen kann. Schwört ihr auf Beamer oder genügt euch sogar der Laptop? Welche Filme brauchen für euch die große Leinwand? Wird der Soundaspekt hier mal wieder unterschätzt? Oder ist euch eine gute Story wichtiger als alles andere?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.