Before Midnight

DVD-Cover Before Midnight

7/10

Originaltitel: Before Midnight
USA | 2013 | 109 Min. | FSK: ab 6
Drama, Komödie, Liebesfilm
Regie: Richard Linklater
Drehbuch: Richard Linklater, Julie Delpy, Ethan Hawke
Besetzung: Ethan Hawke, Julie Delpy u.a.
Kinostart: 06.06.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.10.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © EuroVideo

Worum geht’s?

Der Amerikaner Jesse und die Französin Celine, die sich 1994 in einem Zug nach Wien kennen lernten, nach der Nacht jedoch auseinandergingen und neun Jahre später in Paris wieder zusammentrafen, sind inzwischen verheiratet und haben zwei gemeinsame Töchter. Bei einem Familienurlaub in Griechenland geraten die beiden in Diskussionen über die Probleme, die ihre Beziehung in Gefahr bringen.

Wie ist der Film?

Szenenbild Before MidnightEs ist erneut ein schönes Gefühl, die beiden Charaktere wiederzusehen, die man im Vorgängerfilm (bestenfalls) ins Herz geschlossen hatte. „Before Midnight“ ist der dritte Teil einer Trilogie, die 1994 mit „Before Sunrise“ in Wien begann und 2004 mit „Before Sunset“ in Paris weitererzählt wurde, und in allen Teilen leistet Regisseur Richard Linklater mit Ethan Hawke („Daybreakers“, „Sinister“) sowie July Delpy („Killing Zoe“, „Broken Flowers“) Beeindruckendes. Auch in „Before Midnight“ ist die tiefe schauspielerische Verbundenheit zwischen den beiden Stars in irrsinnig langen Plansequenzen umwerfend. Während Teil 1 eine schöne, kitschfreie Romanze darstellt und Teil 2 das Konzept in einem engeren Rahmen wiederholt und reflektiert, will Teil 3 etwas mehr, was ihn zum zweischneidigen Schwert macht.

Mutig, dass „Before Midnight“ nun auch tief in die Schattenseiten einer Beziehung vordringt. Dabei geht es mindestens genauso authentisch zu wie in den Vorgängern. Neben den Gesprächen über eigene Wünsche und Ängste holen sich die zwei Hauptfiguren diesmal auch viele Weisheiten aus dem Freundeskreis ab, sind in ihrem Umgangston sogar schlüpfriger geworden und neigen – jetzt, da sie einander schon bestens kennen – zu abstrakteren Themen. Einerseits ist es löblich, dass die dritte Geschichte um Jesse und Celine sich noch reifer und intelligenter gibt. Andererseits lockert sich das magische Band zwischen den beiden, welches die beiden ersten Teile ausmachte. Zudem hat das Philosophieren vor Urlaubskulisse plötzlich einen Möchtegern-Woody-Allen-Anschein („Vicky Cristina Barcelona“, „Midnight in Paris“).

„Before Midnight“ ist witzig und traurig, witziger und trauriger als „Before Sunrise“ und „Before Sunset“, stellenweise auch frecher und abschweifender. Wer Linklaters Filme nicht kennt, sollte wissen, dass für den Laien erhöhte Konzentration erforderlich ist, um der Dialogsalve dauerhaft folgen zu können, denn es wird einfach nur geredet. Aber im Großen und Ganzen lohnt es sich, denn Linklater gelang ein ziemlich wahrhaftiges Eheportrait über Kompromisse und Wertschätzung, mit einem grandios aufeinander eingespielten Leinwandpaar. „Before Midnight“ geht als ambitioniertester Teil der Trilogie hervor – unter anderem fällt auch das musikalische Thema besonders hübsch aus. Ob es der beste Teil ist, bleibt reine Geschmackssache. Tipp: Derek Cianfrances „Blue Valentine“ bereitet eine sehr ähnliche Handlung noch eindrucksvoller auf.

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