Berüchtigt

Cary Grant und Ingrid Bergman

6.5/10

Originaltitel: Notorious
USA | 1946 | ca. 98 Min. | FSK: ab 16
Krimi, Liebesfilm
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Ben Hecht, Alfred Hitchcock, Clifford Odets
Besetzung: Cary Grant, Ingrid Bergman, Claude Rains u.a.
Kinostart: 21.09.51
DVD/Blu-Ray VÖ: 02.10.02

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Nachdem ein Nazi-Spion vor Gericht verurteilt wird, setzt der amerikanische Geheimdienst einen Agenten auf dessen Tochter Alicia an. Sie verabscheute das Schaffen ihres Vaters und steht den USA freundlich gegenüber. Mit ihrer Hilfe will man eine Nazi-Gruppierung, die sich nach Rio abgesetzt hat, hochgehen lassen. Doch der Plan birgt Komplikationen, als der Agent T.R. Devlin und Alicia sich ineinander verlieben.

Wie ist der Film?

Lose basierend auf einer alten Kurzgeschichte verfilmt Hitchcock eine heikle Dreiecksbeziehung im Krimi-Mantel. In „Berüchtigt“ merkt man einfach, dass der Regisseur weiß, was er will. Da ist eine Mutter besetzt, die im wahren Leben nur vier Jahre älter ist als der ihren Sohn verkörpernde Darsteller, da bleiben die genauen Pläne und Hintergründe um die im Mittelpunkt stehende Nazi-Organisation völlig undurchsichtig und es bleibt nichts zu denken als: Schwamm drüber! Denn es soll eben hauptsächlich um das aufregende Verhältnis zwischen den beiden Hauptfiguren und eine ausgefeilte Bildsprache gehen.

Die überzeugende Chemie zwischen den zwei Superstars Cary Grant („Arsen und Spitzenhäubchen“) und Ingrid Bergmann („Casablanca“), hier beide zum zweiten Mal in einem Hitchcock-Streifen im Einsatz, erbrachte „Berüchtigt“ eine große Beliebtheit. Grant legt mit seinem verhaltenen aber aussagekräftigen Minenspiel einen ungeheuren Charme an den Tag, während Bergmann ihrer (nicht immer) damenhaften Figur mit einem kleinen Alkoholproblemchen ein sympathisches Stück Tiefe verleiht.

Zum hohen Status des Films tragen dann noch einige berühmte Szenen bei, wie die revolutionär lange Kuss-Sequenz, die eigentlich aus vielen kleinen Küssen während eines Dialogs besteht, und eine ungewöhnlich lange Kamerafahrt von einer Totalen bis zur einer Nahaufnahme. Der „Wie, das war’s schon?“-Eindruck am Ende des Films sollte bald der Erkenntnis weichen, wie ausdrucksstark die Schlusseinstellung doch geworden ist. „Berüchtigt“ erzählt viel durch stumme Bilder, und zwar über die Charaktere, weniger über die Kriminalgeschichte. So offenbart sich das Markenzeichen des Films, nämlich die spezielle, handwerkliche Raffinesse – zumindest wenn man darauf achtet.

Alles in allem präsentiert Hitchcock mit seinem technischen Geschick und zwei ideal gewählten Hauptdarstellern eine verzwickte Liebesgeschichte der besonderen Art, die gegen Ende eine spannende Episode bietet, bevor der männliche Protagonist schließlich das Geheimnis lösen und den Feind besiegen muss. Hübsche Unterhaltung, wo mit eleganten Mitteln viel mehr erzählt als gesagt wird.

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