Bitch Slap

DVD-Cover Bitch Slap

3/10

Originaltitel: Bitch Slap
USA | 2009 | 102 Min. | FSK: ab 18
Action, Erotik, Direct-to-DVD
Regie: Rick Jacobson
Drehbuch: Eric Gruendemann, Rick Jacobson
Besetzung: Julia Voth, Erin Cummings, America Olivo u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 23.04.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Splendid Film
Bilder © Splendid Film

Worum geht’s?

Drei junge Frauen mit verschiedenen Hintergründen verbünden sich und kommen an einem abgelegenen Ort in der Wüste zusammen, denn sie haben etwas gemeinsam: Ein aufdringliches Dekolleté und den Plan, einem Unterweltboss wertvolle Diamanten zu stehlen. Dabei ergeben sich zahlreiche völlig ungeahnte Komplikationen.

Wie ist der Film?

Szenenbild Bitch SlapGetarnt als parodistisch angehauchte Hommage an die B-Movies und (S)Exploitationfilme der 60er und 70er à la „Die Satansweiber von Tittfield“, erweist sich „Bitch Slap“ schnell als hochstilisierter Brocken Notgeilheit ohne jeglichen Charme. Eine sehr dünne, wirre und uninteressante Geschichte wird vergewaltigt, um sich so oft wie möglich an den drei Hauptdarstellerinnen laben zu können. Ginge in Ordnung, würde nicht alles an einem einzigen trostlosen Schauplatz in der Wüste stattfinden, lediglich abgelöst von uninspirierten Flashbacks in Form von beschämenden Greenscreen-Sequenzen, und würde nicht so schrecklich plump mit der Erotik umgegangen. Die Besetzung ist leider ganz auf das Niveau der Grundgeschichte abgestimmt, sodass der Bonus eines selbstironischen Stars auch wegfällt.

Erin Cummings alias Hel hangelte sich durch einige Fernsehserien und hat von den drei „Bitches“ sicherlich das meiste Schauspieltalent, leidet in ihrer festgefahrenen Rolle als Anführerin und Quoten-Redhead aber unter dem hoffnungslosen Drehbuch. Julia Voth alias Trixie ist eine Model-Entdeckung, deren erbaulicher Anblick im Film ganz im Sinne des Genres munter ausgebeutet wird, wenn sie nicht gerade durch ihre Betroffenheit vorgaukelt, eine Identifikationsfigur zu sein. America Olivo alias Camero brüstete sich schon im Horror-Remake „Freitag der 13.“, wo sie nach einer fest etablierten Genre-Regel nach dem Motto „vom Coitus zum Exitus“ in den ersten 20 Minuten ablebt. Ihr in diesem Film sicherlich treffend erfasstes Potential wird in „Bitch Slap“ unangenehm ausgedehnt, wo sie selbst mitten in Explosionen und Kugelhageln mit Schürfwunden davon kommt. Dafür bleiben die Nippel im Verborgenen. – Es läuft einiges verkehrt in „Bitch Slap“.

Die Gastauftritte von Kevin Sorbo (bekannt als TV-Herkules der 90er) und der Tarantino-Stuntfrau Zoë Bell („Death Proof“), die auch für die Kampfchoreografien verantwortlich zeichnet, werden erfreut zur Kenntnis genommen, können aber auch nichts mehr retten. Zum Ende hin gerät die Geschichte zu allem Übel völlig aus den Fugen und verliert sich in unkontrollierten Wendungen.

Diese eiskalt berechnete Männerfantasie aus Lesben-Action, Catfights und Wet-T-Shirt-Contest ist stellenweise nur schwer erträglich, wenn man nicht (mehr) zu den völlig blauäugigen Pubertätsopfern gehört. Der Film scheint manchmal wenigstens im Klauen ganz gut zu sein, hat vielleicht ein, zwei lustige Ideen und ist sichtlich um Rasanz bemüht, letztlich aber einfach nur geschmacklos und dreist wie peinlich. Eben wie seine Vorbilder ein Film, der höchstens dann an Charme gewinnen kann, wenn man ihn etwa 30 Jahre nach der Premiere sieht. Aber ob der Regisseur es darauf anlegte? Wohl kaum.

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