Blade Runner

Filmposter Blade Runner

6/10

Originaltitel: Blade Runner
USA, GB, HK | 1982 | 112 Min. | FSK: ab 16
Science-Fiction
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Hampton Fancher, David Peoples
Besetzung: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young u.a.
Kinostart: 14.10.82
DVD/Blu-Ray VÖ: 29.09.99/01.10.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter | Schnittbericht

Worum geht’s?

Los Angeles, 2019. Die Tyrell Corporation hat Androiden entwickelt, die mit Menschen nahezu identisch sind, um fremde Planeten zu erforschen – sogenannte Replikanten. Nach einem blutigen Aufstand wurden Replikanten auf der Erde verboten. Spezielle Polizeibeamte – Blade Runner – haben den Auftrag, Replikanten zu identifizieren und auszuschalten. Als einige Exemplare der gefährlichen Serie Nexus-6 zur Erde gelangen, hilft nur noch der ehemalige Blade Runner Rick Deckard.

Wie ist der Film?

Damals bei den Erstaufführungen war „Blade Runner“ ein Flop, zum einen wegen „E.T.“ als direkte Konkurrenz, zum anderen, weil der erste Eindruck falsche Erwartungen schürt. Herbe enttäuscht ist, wer eine „Star Wars“-Variante erhoffte, muss man „Blade Runner“ doch viel mehr als altmodischen Detektivfilm im Zukunftsszenario betrachten. Humphrey Bogart („Die Spur des Falken“, „Tote schlafen fest“) lässt grüßen, wenn der Titelheld finstere Gestalten verfolgt.

„Blade Runner“ verheiratet Elemente des Film noir mit Dystopie. Das detailverliebte, düstere Szenenbild voller markanter Lichtakzente ist überwältigend und die mit Abstand größte Stärke des Films. Die kreative, von Synthesizern beherrschte Musik untermalt stimmungsvoll den futuristischen Großstadtmoloch am Rande der Apokalypse. Demgegenüber steht eine dünne, konfus inszenierte Handlung, die mit philosophischen Andeutungen um sich wirft.

Hauptdarsteller Harrison Ford verweigert hier den Charme eines Han Solo oder Indiana Jones, und danach bleibt nicht mehr viel. Er spielt einen geradezu leeren Protagonisten. Als schauspielerisches Highlight sticht ganz klar Rutger Hauer als poetischer Android heraus. Ausgerechnet seiner nicht menschlichen Figur sind die emotionalsten Momente zu verdanken. Dazwischen dominiert eine maue Liebesgeschichte um die von Sean Young gespielte, gescheiterte Femme fatale.

Die melancholische Grundstimmung, welche Regisseur Ridley Scott zeichnet, bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Faszination und Valium. Auf der Metaebene sinniert „Blade Runner“ über Fortschritt und Verfall, Paranoia, Misstrauen und Wahrheit, die im Auge des Betrachters liegt, frei nach der Romanvorlage „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ von Philip K. Dick. So bietet Science-Fiction-Experte Scott zwar mehr Diskussionsstoff, erzählt aber längst nicht so mitreißend wie in seinem Vorgänger „Alien“.

Seit 2007 erstrahlt „Blade Runner“ in seiner technisch besten Version, nämlich im ‚Final Cut‘ – die vom Regisseur bevorzugte Schnittfassung. Dort fehlt zum Glück auch das schrecklich aufgesetzte Happy End, das Geldgeber einst in die Kinoversion einbauen ließen. Denn das Grimmige und Ungewisse ist, was diesen Trip irgendwo zwischen „Metropolis“ und „Chinatown“ ausmacht. Ein eigenartiges, zumindest visuell herausragendes Neo-Noir-Drama, das entscheidenden Einfluss auf cineastische Zukunftsvisionen ausübte.

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