Blair Witch Project

DVD-Cover Blair Witch Project

7.5/10

Originaltitel: The Blair Witch Project
USA | 1999 | 78 Min. | FSK: ab 12
Horror, Thriller
Regie: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez
Drehbuch: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez
Besetzung: Heather Donahue, Michael C. Williams, Joshua Leonard u.a.
Kinostart: 25.11.99
DVD/Blu-Ray VÖ: 09.05.00/17.10.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © STUDIOCANAL

Worum geht’s?

Im Oktober 1994 begeben sich drei Studierende in die Wälder von Burkittsville, Maryland. Mit einer Videokamera sowie einer 16mm-Film-Kamera ausgestattet wollen sie eine Dokumentation über eine lokale Legende drehen: die Hexe von Blair. Als die drei sich hoffnungslos verirren, häufen sich eigenartige Vorfälle.

Wie ist der Film?

Er ist bei weitem nicht der erste ‚Found Footage‘-Film, aber er katapultierte die pseudodokumentarische Wackelkamera-Ästhetik ins Mainstreamkino, dank der innovativen und glänzend durchdachten Herangehensweise des Regie-Gespanns. Mit vergleichsweise minimalem Aufwand drückt „Blair Witch Project“ beim Publikum genau die richtigen Knöpfe.

Szenenbild Blair Witch ProjectAuch viele Jahre später wirkt die Inszenierung beeindruckend authentisch. Weil die bis dato unbekannte Besetzung tatsächlich allein – nur mit groben Vorgaben – in den Wald geschickt wurde, versprühen die Auseinandersetzungen des Trios eine Natürlichkeit, wie sie ein konkretes Drehbuch gar nicht reproduzieren kann. Eben die Natur erweist sich als Hauptthema von „Blair Witch Project“ – nicht nur im Sinne unberührter Landschaft, auch die Natur des Menschen und menschliche Urängste.

Zum einen erforscht die Handlung unterschiedlichste psychische Zustände und ist dabei genauso wechselhaft wie eine Gruppendynamik im wahren Leben. Des Weiteren schürt der Film mit aller Konsequenz die Furcht vor dem Unbekannten und der Ungewissheit – die reinste Form der Angst, denn das Grauen spielt sich im Kopf ab. So erzeugt „Blair Witch Project“ Anteilnahme und zieht unmittelbar in den Bann, obwohl de facto kaum etwas passiert.

Die ganze Tragweite des Films wird erst ersichtlich, wenn man ihn in seinen zeitlichen Kontext setzt und die geniale Marketingkampagne dahinter mitbewertet. Als einer der ersten Kinofilme nutzte „Blair Witch Project“ das Internet als Hauptwerbemedium und generierte mit falschen Fährten und Gerüchten eine Mundpropaganda sondergleichen. Die Frage nach der Echtheit des Gezeigten schwebt(e) stets im Raum. Dem Film eilt seine Atmosphäre voraus. Zudem markiert er auf der Metaebene den Übergang vom analogen zum digitalen Kinozeitalter.

„Blair Witch Project“ ist kreativer, ungemein greifbarer Psycho-Horror erster Güte, gut besetzt und gespielt, wunderbar roh und ironiefrei, ohne billige Erschreck-Tricks. Kleine Längen und einen arg großen Interpretationsspielraum gilt es, zu verschmerzen. Die Effizienz und Raffinesse dieses Found-Footage-Pionierwerks haben Nachahmer selten bis nie erreicht.

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