Blood Simple

Filmposter Blood Simple

7/10

Originaltitel: Blood Simple
USA | 1984 | ca. 95 Min. | FSK: ab 18
Krimi, Thriller
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Besetzung: John Getz, Frances McDormand, Dan Hedaya, M. Emmet Walsh u.a.
Kinostart: 26.09.85/06.01.2000
DVD/Blu-Ray VÖ: 11.03.01

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Schnittbericht
Szenenbild © Kinowelt

Worum geht’s?

Im tiefsten Texas: Julian Marty, ein verbitterter Barbesitzer, heuert den Privatdetektiv Loren Visser an, weil seine Frau Abby ein Verhältnis mit einem seiner Angestellten hat. Julian verspricht Visser 10.000 Dollar, damit dieser das Pärchen umbringt. Visser willigt ein, doch alles kommt ganz anders als geplant.

Wie ist der Film?

Szenenbild Blood SimpleWarum schaut man sich in diesem Jahrzehnt „Blood Simple“ an? Ganz einfach weil es der erste Film der Coen-Brüder ist, die mit Werken wie „Fargo“ und „The Big Lebowski“ in die Filmgeschichte eingingen. Doch glücklicherweise dient „Blood Simple“ nicht nur dazu, eine Wissenslücke des Cineasten zu füllen, sondern verspricht auch solide Unterhaltung, egal ob im Kontext des Coenschen Gesamtwerks oder ganz eigenständig betrachtet.

Die Geschichte ist, ganz im Sinne des wörtlich übersetzten Filmtitels, blutig und denkbar simpel. Sie beschränkt sich ganz ohne Schnickschnack auf Liebe, Hass und Betrug innerhalb einer sehr überschaubaren Figurenkonstellation. Joel und Ethan Cohen verstehen es aber, daraus viel zu machen. Ist der Film nach einiger Zeit mal in Fahrt gekommen bzw. hat man sich mal an den lakonischen Grundton gewöhnt, gefallen vor allem die vielen kreativen inszenatorischen Einfälle. Was lediglich noch fehlt, ist eine gewisse Einheitlichkeit des handwerklichen Konzepts. Vor allem kameratechnisch wurden mehrere Ideen in einen Topf geworfen, die im Endprodukt nicht so recht miteinander harmonieren.

„Blood Simple“ zelebriert in vielen Szenen die Ruhe, wodurch die sparsam eingesetzten Musikstücke zum besonderen, skurrilen Stilmittel geraten. Die Coens spielen dabei auch mit Geräuschen wie z.B. bedrohlichen, sich nähernden Schritten. Interessanterweise wurde dieses Konzept, inklusive Cowboyhüte und einsame Landschaften, 23 Jahre später im Oscar-Abräumer „No Country for Old Men“ fortgeführt und perfektioniert. Rückblickend ist also durchaus ein stilistischer Bogen von den Anfängen bis hin zur Gegenwart zu erkennen, auch wenn die Brüder dazwischen verschiedene Genres ausprobierten.

Da die atmosphärische Dichte in „Blood Simple“ noch nicht allzu ausgefeilt ist, wirkt das Stilmittel, die Dialoge betont ruhig und Satz. Für. Satz. Vortragen. Zu. Lassen etwas zäh. Aber man gewöhnt sich daran, wie auch an Carter Burwells etwas seltsame, keineswegs zeitlose aber gut funktionierende Musikuntermalung. Schauspielerisch ist „Blood Simple“ nicht mehr als solide. Auch die hier debütierende Frances McDormand, heute Stammschauspielerin der Coens, hat zwar ein paar denkwürdige Szenen, sollte aber erst später (zum Beispiel in ihrer Oscar-Rolle in „Fargo“) ihr ganzes Können unter Beweis stellen.

Es ist schlichtweg die inspirierte Herangehensweise, welche der beinahe banalen Handlung um Rache und Eifersucht ihren besonderen Reiz erbringt. Der für die Regisseure typische rabenschwarze Humor ist in ihrem Erstling noch ganz hinter der Film-noir-Hommage versteckt, kaum wahrnehmbar. Dennoch kann man mit diesem gelungenen Low-Budget-Thriller seinen Spaß haben. Schlussbemerkung: Auch die nicht Hartgesottenen müssen sich keine Sorgen machen, denn in „Blood Simple“ geht es zwar manchmal brutal zu, aber trotzdem ist die noch bestehende FSK 18 Einstufung völlig unzeitgemäß.

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