Blue Jasmine

Filmposter Blue Jasmine

7.5/10

Originaltitel: Blue Jasmine
USA | 2013 | 98 Min. | FSK: ab 6
Drama
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Besetzung: Cate Blanchett, Alec Baldwin, Sally Hawkins u.a.
Kinostart: 07.11.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 14.03.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © 2013 GRAVIER PRODUCTIONS, INC./
WARNER BROS. ENT

Worum geht’s?

Als ihr reicher Ehemann als Betrüger entlarvt und für krumme Geschäfte verhaftet wird, ändert sich das Leben der verwöhnten Jasmine schlagartig. Plötzlich geschieden, pleite und völlig traumatisiert zieht sie zu ihrer Schwester Ginger nach San Francisco, wo sie versucht, ihren Stolz zu bewahren wie auch in der Arbeiterklasse zurechtzukommen.

Wie ist der Film?

Nach dem mit einem Drehbuchoscar prämierten „Midnight in Paris“ (2011) und dem eher als belanglos verschrienen „To Rome with Love“ (2012) hat sich der am kontinuierlichsten arbeitende Autorenfilmer Hollywoods wieder vom Sightseeing-Kino und der leichten Komödie abgewandt. In „Blue Jasmine“ verwendet Woody Allen San Francisco als Alltagskulisse, um bodenständig und konzentriert ein Drama zu erzählen. Allens typischer Wortwitz darf dabei nicht fehlen und lockert die Szenerie regelmäßig auf, doch überwiegt eine Ernsthaftigkeit, welche die zentralen Themen umso wirksamer herausarbeitet.

Blue Jasmine SzeneEindeutig liegt der Reiz an „Blue Jasmine“ in der Parallelmontage. Dadurch, dass die Handlung kontinuierlich zwischen der wohlhabenden Vergangenheit und der ernüchternden Gegenwart der Protagonistin hin- und herspringt, bleibt das Publikum gefordert, wenn es nicht gar zweitweise verwirrt ist. Letztlich ein guter Kniff, da die ganz auf Dialoge aufgebaute Geschichte andernfalls zu zäh geraten wäre. Dialoge sind Woody Allens Spezialität, denn neben der cleveren Erzählweise besticht „Blue Jasmine“ durch sorgsam gezeichnete Charaktere und spannende Figurenkonstellationen.

Hauptdarstellerin Cate Blanchett („Babel“) mag zunächst einen klischeehaften Snob verkörpern, doch als es darum geht, die tiefen Ängste und psychischen Leiden ihrer Figur zu zeigen, verteidigt sie erfolgreich ihren Status als absolute Topschauspielerin. Alec Baldwin („Wenn Liebe so einfach wäre“) gibt an Blanchetts Seite mit Links seine derzeitige Paraderolle des smarten Geschäftsmanns zum Besten. Und erst recht die weiteren Figuren, die größtenteils weit unter der High Society angesiedelt sind, zeugen in ihren Wortgefechten von einer sympathischen Authentizität.

Woody Allen hat es mal wieder geschafft. Nicht nur, dass er ohne naheliegende dramaturgische Gründe seine private Lieblingsmusik (New Orleans Jazz) verwendet und diese auf wundersame Weise funktioniert. Der Altmeister erklärt die stets fatalen Auswirkungen von Lügen und Verdrängung genauso ungekünstelt wie nachdrücklich. So verschieden seine Charaktere auch sind, er lässt stets in sie hineinblicken und mitfühlen. Da ist es auch verzeihlich, dass „Blue Jasmine“ einen etwas ratlos zurücklässt, denn was zählt, ist die Menschlichkeit in dieser unterhaltsam tragischen Studie.

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