Boogie Nights

Filmposter "Boogie Nights" Retro-Style

8.5/10

Originaltitel: Boogie Nights
USA | 1997 | ca. 149 Min. | FSK: ab 16
Drama, Satire, Erotik
Regie: Paul Thomas Anderson
Drehbuch: Paul Thomas Anderson
Besetzung: Mark Wahlberg, Burt Reynolds, Julianne Moore u.a.
Kinostart: 04.06.98
DVD/Blu-Ray VÖ: 09.06.06

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Eddie Adams steigt vom Küchengehilfen eines Nachtclubs zum gefeierten Pornostar ‚Dirk Diggler‘ auf, dank des Regisseurs Jack Horner, der ihn und sein mächtiges Talent entdeckt. Aber als die 70er zu Ende gehen und die 80er beginnen, erfährt die Pornobranche samt ihrer Stars einen Wandel, der einige Opfer fordert.

Wie ist der Film?

Nach seinem Kino-Erstling „Last Exit Reno“ vollführt Filmmacher Paul Thomas Anderson einen wahren Quantensprung. Aufbauend auf seinem Mockumentary-Kurzfilm „The Dirk Diggler Story“ (1988) feiert „Boogie Nights“ eine Party sondergleichen.

Von Anfang an zieht die Geschichte in den Bann der wilden 70er, während sie nach und nach ihre Charakterriege vorstellt. Sämtliche Stars brillieren in auf sie maßgeschneiderten Rollen und bilden ein grandioses Ensemble, allen voran Mark Wahlberg in seiner absoluten Durchbruchrolle. Seine Tätigkeiten als Rapper, Unterwäschemodel und schließlich Schauspieler waren scheinbar vorbestimmt, um an diesen Karrierehöhepunkt zu führen. Die Entwicklung vom schüchternen Teenie zum fallenden Porno-Megastar ist genial erzählt und gespielt.

In virtuosen Kamerafahrten gleitet Anderson durch die detailliert ausgestatteten Sets. Mit wenig Schnitten und dafür viel Schauspielimprovisation bindet Anderson sein Publikum emotional an seine Welt aus Sex, Drogen und Disco. Doch erst durch die musikalische Dauerbeschallung entfalten die Bilder ihre volle Wirkung. Der fürstliche Hit-Soundtrack wäre penetrant, würde er im Kontext nicht absolut Sinn ergeben. Nach einem gewitzten Bruch fast genau in der Mitte lässt Anderson die Seifenblase platzen und seine Figuren auf die Nase fallen. Die zweite Hälfte behält dabei nicht ganz die Zugkraft der ersten, aber immer noch einen bemerkenswert guten Erzählfluss.

„Boogie Nights“ ist eine teils fast berauschend inszenierte, perfekt besetzte Studie des Umbruchs, die spaßig-satirische sowie dramatisch-nachdenkliche Elemente gekonnt vereint – etwas schmutzig, etwas brutal, aber vor allem menschlich. Eindeutig der dichteste und unterhaltsamste Film von Paul Thomas Anderson, wenn nicht der beste.

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