Brazil

Filmposter Brazil

8/10

Originaltitel: Brazil
GB | 1985 | 139 Min. | FSK: ab 12
Science-Fiction, Satire, Fantasy
Regie: Terry Gilliam
Drehbuch: Terry Gilliam, Tom Stoppard, Charles McKeown
Besetzung: Jonathan Pryce, Kim Greist, Robert De Niro, Michael Palin, Ian Holm, Bob Hoskins u.a.
Kinostart: 26.04.85
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.05.03

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Irgendwann im 20. Jahrhundert in einem düsteren Überwachungsstaat: Dem unauffälligen Angestellten des Archivs vom „Misterium für Orgainsation“, Sam Lowry, wird die bürokratische Nachbearbeitung eines folgenschweren Fehlers aufgetragen. Statt einem als Terrorist gesuchten Heizungsingenieur namens Tuttle, der sich dem System widersetzt, wurde ein unschuldiger Familienvater namens Buttle verhaftet. Bei seinen Nachforschungen entdeckt Sam die Frau aus seinen Träumen und jagt ihr nach.

Wie ist der Film?

Kafka auf Ecstasy. So oder so ähnlich lässt sich „Brazil“ beschreiben, der konsequent den Weg weiter geht, den Filme wie „Metropolis“ oder „Der Prozeß“ einschlugen. Monty Python-Mitgründer Terry Gilliam, später durch „12 Monkeys“ und „Fear and Loathing in Las Vegas“ zum Kultregisseur geworden, zeigt schon in diesem frühen Soloprojekt sein ganzes Potential. Mit Scharfsinn und immenser Kreativität zeichnete er eine surreale Anti-Utopie, die die fragwürdigsten Ansätze unserer Gesellschaft gnadenlos zu Ende denkt.

Diese mit Ideen vollgepackte Satire besticht ganz klar vor allem mit dem visuellen Aspekt. Nicht nur die detailverliebte Ausstattung, auch die Kameraarbeit ist herausragend und zieht den Zuschauer eindrucksvoll in eine andere Welt. Da wird jede schauspielerische Leistung fast zur Nebensache, wobei der gut sichtbare Eifer der Darsteller ein wichtiger Bestandteil der eigenartigen Atmosphäre ist. Boni sind die hübsche Musik und ein nachhaltiges Ende.

Problematisch wird in „Brazil“ die Verfolgung der eigentlichen Geschichte, welche angesichts des Bilderrauschs durchaus anstrengend werden kann. „Brazil“ ist eine bizarre, visuell geradezu überwältigende, mit viel zynischem Humor angereicherte Vision, deren aufgewecktes Gedankengut es etwas schwer hat, durch die eigene Oberfläche zu dringen. Doch ein Ausflug in diese kafkaeske Science-Fiction-Version eines verkommenen Systems ist auf jeden Fall eine Bereicherung.

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12 Monkeys
Fear and Loathing in Las Vegas
1984
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