Bronson

Bronson

6.5/10

Originaltitel: Bronson
GB | 2009 | 92 Min. | FSK: ab 16
Drama, Komödie
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Brock Norman Brock, Nicolas Winding Refn
Besetzung: Tom Hardy, Matt King, Kelly Adams u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 18.02.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © STUDIOCANAL

Worum geht’s?

Michael Peterson wird im mittelständischen England von liebenden Eltern großgezogen. Ohne ersichtlichen Grund ist er bereits als Schüler gewalttätig und gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Nach einem Raubüberfall wandert er von Gefängnis zu Gefängnis, weil er immer wieder auf das Personal losgeht. Michael genießt die Aufmerksamkeit und wird durch sein unberechenbares Verhalten zu einer nationalen Berühmtheit – unter seinem Kampfnamen Charles Bronson.

Wie ist der Film?

„Bronson“ ist das außergewöhnliche Denkmal für den gewalttätigsten Sträfling Großbritanniens, der tatsächlich existiert und bis heute hinter Gittern sitzt. Lob gebührt dem Film vor allem dafür, was er nicht ist: die Chronologie und Erklärung eines Lebens. So, wie es zwecklos ist, mit Streitsüchtigen rational zu verhandeln, verhandelt Regisseur Nicolas Winding Refn („Pusher“) auch nicht mit seinem Protagonisten. Stattdessen taucht er in dessen Persönlichkeit ein und vermischt auf mehreren Erzählebenen eine innere Welt mit der äußeren Welt. Ein kreativer, wenn auch nicht gerade einfach zu goutierender Stil.

BronsonHauptdarsteller Tom Hardy, der sich für die Rolle innerhalb weniger Wochen kiloweise Masse antrainierte, lebt Charlie Bronson mit vollstem Körpereinsatz. Seine Stimme, Mimik, Gestik und schlichte physische Präsenz faszinieren. Als wäre (Hardys) Bronson nicht schon schräg genug, trifft er auf so manche skurrile Nebenfigur, doch auch wenn Matt King als Clubbesitzer und Kampfveranstalter manchmal nah dran ist, stielt ihm nie jemand die Show.

Das Problem des Films liegt in der Natur der Geschichte: Im Kern passiert immer wieder das gleiche, die Hauptfigur macht praktisch keine Entwicklung durch und wiederholt sich ständig. Dass Winding Refn diesem tragischen Umstand viele inszenatorische Brüche entgegensetzt, wirkt einerseits auflockernd, ist andererseits aber auch eine zusätzliche Anstrengung für das Publikum. „Bronson“ unterhält mit Montage- und Soundtrack-Spielereien, bizarrem Humor und einem beeindruckenden Tom Hardy. Dabei bleibt der Film wenig aufschlussreich, einfach abstrakt – und wahrscheinlich war das bei dieser Thematik auch der eleganteste Weg.

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