Colossal

DVD-Cover Colossal

7.5/10

Originaltitel: Colossal
USA | 2016 | 114 Min. | FSK: ab 12
Drama, Komödie, Science-Fiction
Regie: Nacho Vigalondo
Drehbuch: Nacho Vigalondo
Besetzung: Anne Hathaway, Jason Sudeikis, Dan Stevens u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 01.12.17

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Universum Film

Worum geht’s?

Gloria hat ein Alkoholproblem – und ihr Leben nicht mehr im Griff. Von ihrem Verlobten rausgeworfen kehrt sie aus New York in ihre alte Heimatstadt zurück. Ein alter Schulfreund gibt Starthilfe. Kurz nach ihrer Ankunft berichten die Medien von einem gigantischen Monster, das in Südkoreas Hauptstadt Seoul aus dem Nichts erschien. Als wären die Neuigkeiten nicht schon schockierend genug, entdeckt Gloria, dass sie eine Art telepathische Verbindung zu der Kreatur hat.

Wie ist der Film?

Szenenbild ColossalWer „Colossal“ in Erwartung eines Riesenmonsterfilms à la „Godzilla“ ansieht, ist selbst schuld. Wobei durchaus Riesenmonster geboten werden, allerdings in einem neuartigen Kontext, der einzig den menschlichen Figuren dient. Regisseur und Autor Nacho Vigalondo veröffentlichte zuletzt den mauen, kaum beachteten Cyber-Krimi „Open Windows“. Sein Nachfolger „Colossal“ wird ebenfalls kein großes Publikum finden, erweist sich aber als einer der interessantesten Filme der letzten Jahre.

„Colossal“ ist seltsam, und gerade deshalb eine Wohltat im Kino-Einheitsbrei. Die Geschichte von der erkenntnisreichen Rückkehr ins Heimatkaff wirkt zunächst nicht neu („Sweet Home Alabama“, „Young Adult“), doch Vigalondo bricht sie mit einer wunderbar frechen Genre-Kreuzung (Riesenmonster!), um sich letztlich besonders intensiv um seine Charaktere zu kümmern. Die CGI-Giganten sind unterhaltsame Metaphern für psychische Probleme, die der Film unter dem Deckmantel des schwarzen Humors überraschend ernsthaft untersucht. In der Kuriosität des Plots schlummert eine tiefe Tragik. Trotzdem tappt Vigalondo nie in die Kitschfalle und drückt auch nicht auf die Tränendrüse.

„Colossal“ besticht durch ein vielschichtig gezeichnetes, toll besetztes Ensemble. Die Spannung beim Zusehen liegt nicht bei einstürzenden Hochhäusern, sondern in schwankenden Sympathien – jede der zentralen Figuren hat gute wie auch düstere Seiten. Anne Hathaway („Les Misérables“) und Jason Sudeikis („Kill The Boss“) harmonieren hervorragend miteinander, unterstützt von Dan Stevens („The Guest“) als ratloser Außenstehender.

Welchen Weg „Colossal“ einschlägt, bleibt eine Überraschung. Der Film mag sich unstrukturiert anfühlen, dabei ignoriert er nur diverse Sehgewohnheiten und findet schließlich eine elegante Abrundung. Nacho Vigalondo (auf dem deutschen Cover fälschlicherweise ‚Vigalondos‘ geschrieben) liefert hier eine tragikomische Studie kaputter Seelen, aufgepeppt mit ulkigen formalen Kniffen, auf die man sich einfach mal einlassen sollte. Dann kommt in „Colossal“ die wahre Größe zum Vorschein.

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