Das Böse

Filmposter Das Böse

6.5/10

Originaltitel: Phantasm
USA | 1979 | ca. 88 Min. | FSK: ?
Horror
Regie: Don Coscarelli
Drehbuch: Don Coscarelli
Besetzung: A. Michael Baldwin, Bill Thornbury, Reggie Bannister, Angus Scrimm u.a.
Kinostart: 03.05.79
DVD/Blu-Ray VÖ: 01.05.01

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter | Schnittbericht

Worum geht’s?

Seit die Eltern gestorben sind, kümmert sich Jody allein um seinen aufgeweckten 13jährigen Bruder Mike. Als Jody einen weiteren geliebten Menschen beerdigen muss, macht Mike auf dem Friedhof eine seltsame Entdeckung. Der hochgewachsene Totengräber scheint übermenschliche Kräfte zu besitzen. Im Beerdigungsinstitut enthüllen die Geschwister schließlich grausige Geheimnisse.

Wie ist der Film?

Als enthusiastischer Jungregisseur übernahm Don Coscarelli, der 2002 mit „Bubba Ho-Tep“ einen späten Hit landete, Drehbuch, Kamera, Schnitt sowie Produktion gleich mit. So spiegelt „Das Böse“ sowohl die ganz eigene Note des Künstlers als auch einen fehlenden Durchblick angesichts all der Aufgaben wider. Der Horrorstreifen zeugt von sehr kreativem Umgang mit bekannten Versatzstücken, erschließt sich einem dafür aber nie wirklich.

Die bunt gemischten Ideen in der Geschichte kaschieren ganz ordentlich, wie hanebüchen sie eigentlich geschrieben ist. Auf dem Weg zum Showdown öffnet die Handlung zahlreiche Türen (mal mehr, mal weniger wortwörtlich), nur um sich mit der latent verstörenden Wirkung des flüchtigen Anblicks zu begnügen. „Das Böse“ kann ja sonst was sein – der Originaltitel „Phantasm“ (Hirngespinst, Sinnestäuschung) trifft die Herangehensweise des Films viel besser, verfolgt er doch nicht wirklich eine klare Linie, sondern eher die Logik eines Albtraums. Ob das nun ein Freischein zum Experimentieren oder eher eine Ausrede ist, sei dahingestellt.

Coscarellis kultige Kreation ‚Tall Man‘, muss man sagen, ist leider ein Bösewicht, dessen Bedrohlichkeit sich über die Jahre weniger gut hält als die von maskierten Genrekollegen. Allgemein bewegt sich „Das Böse“ oft nah an der unfreiwilligen Komik. Lobend hervorzuheben sind dafür der recht eigenwillige Schnitt – stellenweise etwas holprig, meist aber eine richtig aufgeweckte Montagevariante – sowie die experimentierfreudige Musik, die den Synthesizer mit verschiedenen anderen Instrumenten, jedoch nicht mit den üblichen Streichern zu einem nett-schaurigen, vielseitigen Klangbild mischt.

„Das Böse“ ist erfrischend fantasievoller, akzeptabel gespielter, bloß erzählerisch unausgegorener Horror, so bewusst das Nebulöse auch sein mag. Immerhin ein interessanter Gegenentwurf zum damals dank „Halloween – Die Nacht des Grauens“ gerade in den Startlöchern steckenden Slasher-Hype. Lächerlicherweise ist die ungekürzte Fassung in Deutschland verboten. Was hierzulande fehlt, dürfte allerdings gerade noch so zu verschmerzen sein.

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