Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere

Filmposter Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere

6.5/10

Originaltitel: The Hobbit: The Battle of the Five Armies
USA, NZ | 2014 | 144 Min. | FSK: ab 12
Fantasy, Abenteuer, Romanadaption
Regie: Peter Jackson
Drehbuch: F. Walsh, P. Boyens, P. Jackson, G. del Toro
Besetzung: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Amitage u.a.
Kinostart: 10.12.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 23.04.15

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Bilder © 2014 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND METRO-GOLDWYN-MAYER PICTURES INC.

Worum geht’s?

Die Zwerge sind endlich zu ihrem alten Königreich, dem Einsamen Berg, zurückgekehrt, unterstützt durch Zauberer Gandalf und Hobbit Bilbo Beutlin. Zwergenkönig Thorin Eichenschild ist besessen von seinem Gold und droht, sich gegen seine eigenen Gefährten zu wenden. Auch außerhalb der Festung lauern Gefahren. Bilbo muss im Angesicht der Ork-Armee für den Zusammenhalt von Menschen, Elben und Zwergen sorgen, um eine gewaltige Schreckensherrschaft zu verhindern.

Wie ist der Film?

Weniger traurig, eher erleichternd, dass Peter Jacksons Reise durch Mittelerde nun abgeschlossen ist. Pflichtprogramm abgehakt. Nach „Eine unerwartete Reise“ und „Smaugs Einöde“ bleibt in „Die Schlacht der Fünf Heere“ nicht viel mehr übrig als eben jener Krieg, bei welchem sich alle Beteiligten nochmal austoben dürfen. Der erste Eindruck hätte sich kaum mehr bestätigen können: Aus der vergleichsweise schlanken Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ gleich drei Filme zu machen, ist rein profitorientiert, ohne echten künstlerischen Mehrwert. Das große Finale ist wie ein schönes Dessert, bei dem man bereut, dass man sich noch eine Extraportion der Hauptspeise andrehen ließ.

Szenenbild Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf HeereTeil 1 der Prequel-Trilogie holte den allseits beliebten Gollum zurück, Teil 2 beeindruckte durch den mächtigen Smaug. „Die Schlacht der Fünf Heere“ lässt einen vergleichbaren Aufhänger vermissen, es gibt Masse statt Klasse. Am Zielort ihrer Reise kamen Zauberer, Hobbit und Zwerge bereits im Vorgängerfilm an. So hat man hier zwar nicht mehr das Gefühl, Level um Level eines Videospiels zu beobachten, doch dafür stellt sich ein gewisser Leerlauf ein. Figuren, Orte und Inszenierung haben nichts Neues mehr zu erzählen. Es wird noch einmal laut, und dann geht es zu Ende. Recht kurzweilig ist das aufwändige Spektakel immer noch, bis auf ein paar gelungene Action-Momente aber nicht mehr wirklich packend. Der Zauber von Mittelerde ist ausgereizt.

Als eigenständiger Film hinterlässt auch „Die Schlacht der Fünf Heere“ keinen runden Eindruck. Er knüpft unmittelbar an den Vorgänger an, den man kennen muss, und weiß schließlich nicht so recht, ob er geheimnisvoll oder süßlich enden soll. Immerhin gibt es diesmal ein richtiges Ende. Und auch wieder nicht, denn das Ende ist ja nur der Anfang von „Der Herr der Ringe“. Ein ewiger Krampf, diese Film-Teilung. Neben deftigen Schlachten liefert das dritte Hobbit-Abenteuer auch Charakterstudien über Gier, Gewissenhaftigkeit, verbotene Liebe etc., was für angenehm menschelnde Momente sorgt. Nur ist eben nichts dabei, was Peter Jackson nicht schon tiefergehend beleuchtet hat.

Allein die finalen Filmplakate zu den letzten beiden Hobbit-Filmen sagen einiges aus – sie sind im Grunde das Gleiche. Der Ausgleich fehlender neuer Reiseziele mit Gewalt in Teil 3 erschöpft sich bald. „Der Hobbit – Die Schlacht der Fünf Heere“ ist ein ordentlich krachender, toll besetzter und gespielter Fantasyfilm, keine Frage. (Über den massiven Einsatz von rein computeranimierten Charakteren lässt sich streiten.) Was die prächtigen Bilder nicht direkt erzählen, erzählt Howard Shores bezaubernde Musik. Der Kreis wird geschlossen. Aber ein einziger Film mit viel weniger unnötigen Handlungsschlenkern hätte deutlich stärker gewirkt als drei fragmentarische. So oder so sind die verfilmten Abenteuer Bilbo Beutlins wie erwartet nicht mehr und nicht weniger als eine hübsche Erinnerung an die bahnbrechende „Der Herr der Ringe“-Trilogie.

Ähnliche Filme

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
Der Hobbit: Smaugs Einöde
Der Herr der Ringe: Die Gefährten
Der Herr der Ringe: Die zwei Türme
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs

2 Kommentare

  1. Ich war schwer enttäuscht von dritten Teil. Ich war mit einer Freundin in einer OmU-Vorstellung und spätestens ab Mitte des Films haben wir nur noch gelacht. Im Sinne von ausgelacht. Das muss man erstmal schaffen, einen Fantasyfilm unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Ich habe mich aufgrund der Spätvorstellung und weniger Besucher sogar zu lauten Beschwerden hinreißen lassen („Das kann er [Peter Jackson] doch nicht ernst meinen!“, „Das ist doch ein Witz.“). DIE SCHLACHT ist ein Computerspiel, nur ohne Spieler. Fassungslos muss man sich diesen Schwachsinn ansehen, wenn beispielsweise ein Troll mit dem Kopf ein Loch in eine Mauer reißt und dann benommen rücklings umfällt. Oder die viel besprochene Legolas-Treppensteig-Szene. Das ist der erste Peter-Jackson-Film, bei dem ich mein Eintrittsgeld zurück möchte.

  2. Nach der Hälfte ausgeschalten. Doofe, langweilige, sich selber zitierende Herr Der Ringe Geldmaschine. Peter Jackson gehört geohrfeigt dafür.

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