Der Name der Leute

Filmposter Der Name der Leute

8/10

Originaltitel: Le nom des gens
FR | 2010 | ca. 100 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Liebesfilm
Regie: Michel Leclerc
Drehbuch: Michel Leclerc, Baya Kasmi
Besetzung: Sara Forestier, Jacques Gamblin, Zinedine Soualem, Carole Franck, Jacques Boudet, Michèle Moretti u.a.
Kinostart: 14.04.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.10.11

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Als er in einer Radiosendung vor der Vogelgrippe warnt, lernt der verschlossene Arthur Matin die aufbrausende Bahia Benmahmoud kennen. Sie ist Tochter einer linken Aktivistin und eines algerischen Einwanderers und in vielen Belangen das Gegenteil von Arthur. Doch in ihren politischen und ethischen Diskussionen bemerken die beiden ihre Faszination füreinander.

Wie ist der Film?

„Liebe und Politik machen“ formuliert die Protagonistin in einer Szene ihren Herzenswunsch. So gegensätzlich diese beiden Beschäftigungen auch meist sein mögen, „Der Name der Leute“ vereint sie auf spritzige, schlaue, verdammt sympathische Weise. Erst fast ein ganzes Jahr nach der Premiere in Cannes, und dann auch nur wenig beachtet, schlich sich diese sehr französische Komödie in die deutschen Kinos. Den Griff zur preiswerten DVD kann man praktisch gar nicht bereuen – „Der Name der Leute“ ist ein sehr politischer Film, woran man sich als unpolitischer Mensch nicht stören muss, und ein Liebesfilm, den man auch mögen kann, wenn man dem Genre normalerweise nicht wohlgesonnen ist. Ein vielfältiger Genuss.

Hier arbeitet Frankreich seine politische Vergangenheit auf und wühlt sich durch seine multikulturelle Gegenwart, moderiert von zwei völlig verschiedenen, sich ergänzenden Suchenden, die dadurch den Anlass zu ihrer ganz persönlichen Liebesgeschichte erhalten. – Und umgekehrt. „Der Name der Leute“ beweist Mut zu frechem Humor, Sexappeal und Albernheit, genauso wie zur ernsthaften, aufrichtigen Auseinandersetzung mit familiären Traumata, Identitätskrisen und Fremdenhass. Es werden so viele verschiedene Töne angeschlagen, dass der Film manchmal fast auseinanderzufallen droht. Doch er kriegt immer wieder die Kurve und bleibt letzten Endes ein stimmiges, leichtfüßiges, sehr erfrischendes Potpourri, woran eigentlich nur dieser unnachahmliche französische Charme mit einer Prise Woody Allen schuld sein kann.

„Der Name der Leute“ ist oft urkomisch und kurz darauf wieder beeindruckend sensibel, zusammengehalten von vielen kleinen, aber feinen Ideen sowie den liebenswerten Hauptfiguren. Der akkurate Arthur und die Hippie-Nachfahrin Bahia werden vortrefflich gespielt von Jacques Gamblin und der niedlichen Sara Forestier, vielleicht die französische Zooey Deschanel („(500) Days of Summer“). Die Gegensätzlichkeit der Charaktere ist natürlich wohlkonstruiert, doch schrammen sie an den nervenden Klischees vorbei und führen ein glaubwürdiges Eigenleben. Durch seine Cleverness lässt „Der Name der Leute“ viele Romantik- und Multikulti-Komödien weit hinter sich zurück.

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