Der Partyschreck

Filmposter Der Partyschreck

6/10

Originaltitel: The Party
USA | 1968 | 94 Min. | FSK: ab 6
Komödie
Regie: Blake Edwards
Drehbuch: Blake Edwards
Besetzung: Peter Sellers, Claudine Longet, Marge Champion, Fay McKenzie, Gavin MacLeod u.a.
Kinostart: 30.01.69
DVD/Blu-Ray VÖ: 08.06.04

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der indische Komparse Hrundi V. Bakshi wird für einen Historienfilm engagiert und ruiniert die Produktion durch seine Zerstreutheit und Tollpatschigkeit. Nach dem er vom Regisseur verbannt wurde, gelangt sein Name aus Versehen auf die Gästeliste für eine Party von ebendiesem. Bakshi folgt der schriftlichen Einladung und bringt auch die Party völlig durcheinander.

Wie ist der Film?

Wer eine Komödie völlig frei von Anspruch aber trotzdem stets oberhalb der Gürtellinie sucht, ist bei „Der Partyschreck“ an der richtigen Adresse. Verwandlungskünstler Peter Sellers („Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben“) gibt hier eine 90minütige Slapstick-Show, in der sich nicht mehr und nicht weniger auftut, als man bei der Sichtung des Trailers oder des DVD-Infotexts erwartet. Eine Parade von harmlosem Körperhumor plus fünf Prozent Sprachwitzanteil inklusive diverser Running-Gags und der obligatorischen, jedoch glücklicherweise nur angedeuteten Liebesgeschichte.

Neben dem charmanten Minenspiel des Hauptdarstellers weiß vor allem der entspannte Soundtrack als Kontrast zum Klamauk zu gefallen. Look und Sound von „Der Partyschreck“ generieren einen überaus sympathischen 60er-Jahre-Charme. Da verzeiht man auch die logische Fragwürdigkeit der (teilweise improvisierten) Handlung, in Form von nicht abgeschlossenen Türen, hinter denen es heiß hergeht, oder urplötzlich hinzustoßenden Partygästen, um den Höhepunkt vollends anarchisch zu gestalten. Seltsamerweise ist die Hauptfigur – untypisch für Komödien dieser Art – nur sehr bedingt schuld am finalen Chaos. Das Profitabelste an dieser Tatsache ist die Nebenfigur des alkoholsüchtigen Kellners, der als eine Art Sidekick einen beträchtlichen Teil der Lacher einstreichen darf.

Sellers in der nie alt werdenden Geschichte des Außenseiters unter Snobs ist zweifellos liebenswert und lässt das Publikum im Minutentakt schmunzeln, kichern und sich an den Kopf greifen. Als tollpatschiger Inder rangiert er irgendwo zwischen Charlie Chaplins Tramp, Mr. Bean, Ace Ventura und Ranjid aus „Was guckst du!?“. Bei all der nostalgischen Liebe zu diesem Klassiker seitens der Fans bleibt aber auch anzumerken, dass es das, was Sellers da macht, in vielen anderen älteren und jüngeren Produktionen aufwändiger, durchdachter, weniger konstruiert und eleganter gibt. Gegenüber seinen Genre-Vorbildern ist „Der Partyschreck“ eine Light-Version. Dafür ist es aber auch gerade diese Milde und nicht vorhandene Doppelbödigkeit, die diese komödiantische Fingerübung von Regisseur Blake Edwards („Frühstück bei Tiffany“) so angenehm unbeschwert und frei von Ausrutschern macht. Peter Sellers sieht man immer wieder gern zu.

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