Der Samurai

Filmposter Der Samurai

7/10

Originaltitel: Der Samurai
DE | 2014 | 85 Min. | FSK: ab 12
Thriller, Mystery, Horror
Regie: Till Kleinert
Drehbuch: Till Kleinert
Besetzung: Michel Diercks, Pit Bukowski u.a.
Kinostart: 30.10.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 31.03.15

Links zum Film:
IMDb | offizielle Website
Bilder © Salzgeber & Co. Medien GmbH

Worum geht’s?

Der junge Polizist Jakob streift als Außenseiter durch sein dörfliches Revier. Angriffe von Wölfen beunruhigen derzeit die Gegend. Noch beunruhigender ist jedoch der Fremde, der eines Nachts Kontakt mit Jakob aufnimmt – eine Gestalt im weißen Kleid, bewaffnet mit einem japanischen Schwert. Der Samurai will das Dorf verwüsten, und um ihn zu bezwingen, muss Jakob über sich hinauswachsen.

Wie ist der Film?

Szenenbild Der SamuraiDie Öffentlich-Rechtlichen und die Filmförderung ziehen vor ihnen immer noch den Schwanz ein, und gerade deshalb ist es umso wichtiger, dass es sie gibt: dreckige, kleine, deutsche Genrefilme wie „Der Samurai“. Mit kleinem Budget zauberte Till Kleinert einen atmosphärisch dichten Horror-Thriller, der sich auf dem internationalen Markt behaupten kann. Dass der Film stets zu seinem ländlichen Schauplatz in Brandenburg und eigenwilligen Ideen steht, statt große Vorbilder nachzuahmen, macht ihn umso interessanter. An einigen Stellen könnte er ins Lächerliche kippen, zumal er gern mit Sehgewohnheiten bricht, doch die Regie bleibt stilsicher.

Hingebungsvoll mimt Pit Bukowski den titelgebenden Schwertträger im Frauenkleid – eine wunderbar symbolträchtige, geheimnisvolle Figur, die von der kontrastierenden Konfrontation mit ihrem Gegenüber lebt. Michel Diercks wirkt als Schauspieler leider (noch) etwas unsicher, leistet aber solide Arbeit als herausgeforderter Dorfpolizist. Mit reduziertem Kunstlicht – umrandet von totaler Nachtschwärze –, stimmungsvoller Musik und wohldosierten Gewaltspitzen setzt Kleinert das Duell spannend in Szene. Erklärungen bleiben aus; sie hätten die surreal angehauchte Handlung nur unnötig banalisiert. Der Samurai verkörpert eine Entfesselung, die weitläufig interpretiert werden darf, und ist auch einfach nur ein unterhaltsamer Psychopath.

Um die von einem der Geldgeber geforderte Spielfilmlänge von 79 Minuten zu erreichen, mussten die Macher die Geschichte etwas dehnen, was sich nicht nur im gemächlichen Vor- und Abspann niederschlägt. Generell ist „Der Samurai“ im Hinblick auf die Beschränkung von Zeit und Raum eher ein verirrter Kurzfilm, doch hier von Langatmigkeit zu sprechen, wäre übertrieben. Man erlebt lustvolle B-Movie-Poesie, wie sie zwischen Dramen und Romantik-Komödien viel zu selten ist.

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