Der schwarze Falke

Filmposter Der schwarze Falke

5.5/10

Originaltitel: The Searchers
USA | 1956 | 119 Min. | FSK: ab 16
Western, Drama
Regie: John Ford
Drehbuch: Frank S. Nugent
Besetzung: John Wayne, Jeffrey Hunter, Vera Miles, Ward Bond, Natalie Wood u.a.
Kinostart: 05.10.56
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.06.00/08.12.06

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Warum er erst drei Jahre nach dem Sezessionskrieg heimkehrt, bleibt ein Geheimnis, doch nun ist Ethan Edwards wieder in Westtexas bei seinem Bruder und dessen Familie. Allerdings ist er durch einen Trick der Indianer abwesend, als die Ranch in Brand gesetzt, zwei Mädchen verschleppt und die restlichen Familienmitglieder getötet werden. Der von Ethan angeführte Suchtrupp wird gleichzeitig zum Rachefeldzug.

Wie ist der Film?

Die von Kritikern umjubelte Romanverfilmung „Der schwarze Falke“ beeindruckt visuell mit den satten Farben und der (damals) überdurchschnittlichen Bildgröße des in den 50er Jahren beliebten VistaVision-Formats – jedenfalls im Kino. Runtergebrochen auf den Wohnzimmerkonsum bleibt eine immer noch hübsche, aber auch etwas langweilige Reise durch den Westen.

Regie-Veteran John Ford ist ein bisschen arg vernarrt in seine Landschaftsbilder und penetriert dazu, zumindest anfangs, mit einer Überdosis Musikuntermalung. Dazwischen spiegelt er ein reales Stück Geschichte wieder, in dem tatsächlich häufig weiße Frauen von Indianern entführt wurden und die beiden Kulturen sich im Streit um den Boden unter ihren Füßen gegenseitig bekriegten. Bei genauerer Betrachtung traut sich „Der schwarze Falke“ ein relativ düsteres Abbild dieser Epoche, denn brutale Gewalt ist sehr präsent, ohne dass Ford sie wirklich zeigen muss.

Rassismus scheint auch eine große Rolle zu spielen, zumal ihn der Protagonist (kernig, etwas morsch, aber überzeugend: John Wayne) konsequent vertritt, und nicht nur er. Die Art, wie der Rassismus im weiteren Verlauf nachvollzogen werden kann, zeigt eine Auseinandersetzung mit dem damals wirklich vorherrschenden Thema; dennoch bleibt es enttäuschend unkommentiert.

Zwischen den Zeilen mag sich einiges verbergen, doch das Problem besteht darin, dass sich der jahrelange Ritt der Hauptfiguren in Wiederholungen und unmotivierten Überblendungen erschöpft, denn vordergründig geht es trotz allem nur um die Suche nach Entführungsopfern, welche aufgrund mangelhafter Anhaltspunkte nicht selten etwas planlos ist. Sich dabei an der Schönheit des Monument Valley zu laben, ist leider kein Ersatz für Spannung. „Der schwarze Falke“ ist prächtig und durchdacht, aber die Kombination aus inszenatorischer Ausschweifung und fragmentarischen Hintergründen darf als unbefriedigend bezeichnet werden.

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