Die besten Kinofilme 2012

Es geht kontinuierlich bergab mit der Qualität der Kinofilme, vielleicht wird wieistderfilm.de parallel dazu auch immer kritischer. Für das Kinojahr 2012 sind es nur noch sechs Filme, die hier die berüchtigte 7.5er-Marke überschreiten konnten. Dafür soll den zwischen Anfang Januar und Ende Dezember in deutschen Kinos angelaufenen Werken mal etwas mehr Text gewidmet werden – aus meiner, Philipps Sicht. Es gab durchaus viel Gutes, nur wenig Hervorragendes, und so einiges bleibt hier aus Zeit-, und Platzgründen unerwähnt. Doch hier ein (subjektiver) Überblick:

2012, da gab es zwei wirklich positive Überraschungen, deren Grundstimmung unterschiedlicher kaum sein könnte: der altmodische Horror „Die Frau in Schwarz“ und die irre Komödie „21 Jump Street“. Diese finden sich auch unterhalb der Bestenliste als lobende Erwähnung. Nun aber zu Filmen, die es in keine Liste geschafft haben.
Manchmal erwartet man nicht sonderlich viel und bekommt dann auch dementsprechend etwas Solides bis Gutes – 2012 waren das „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“, ein erster größerer Bonusfilm aus dem „Der Herr der Ringe“-Kosmos, und „The Amazing Spider-Man“, eine nette Variation einer Heldensaga, zu diesem Zeitpunkt aber ein überflüssiges Reboot.

Enttäuschungen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Der frenetisch gefeierte „Ziemlich beste Freunde“ ist zu gut, um ‚Enttäuschung‘ geschimpft zu werden, konnte dem immensen Hype aber so gar nicht standhalten. Fast das Gleiche gilt für „Drive“ – clever, aber der Blender schlechthin. Als wirklich deutliche Griffe ins Klo stellten sich schließlich der lächerliche „Iron Sky“, der bedeutungsschwangere doch langweilige „Martha Marcy May Marlene“ und leider auch der verzettelte „Prometheus – Dunkle Zeichen“ heraus. Das stumpfe Remake „Dredd“ fiel bei widf ebenfalls durch, erntete allerdings bei einer überwältigenden Mehrheit von Kritik und Publikum Lob. Fast genau andersherum verhält es sich mit „Total Recall“ – für widf eine absolut runde Neuverfilmung, anderswo überwiegt die gegenteilige Meinung.

Wenn es um Kinofilme 2012 geht, die aus widf-Sicht unterbewertet sind, so fällt die Wahl auf „Project X“, der doch ein beachtliches Talent dafür besitzt, Partystimmung zu entfachen. Und „American Pie – Das Klassentreffen“ war eine große Freude. So. Der Filmschaffende des Jahres heißt übrigens Joss Whedon. Warum, das erfährt man nun endlich in der berüchtigten Topliste der besten Kinofilme 2012. Leider sehr Mainstream-lastig, doch 2012 war das Blockbuster-Kino nun mal übermächtig.

Filmposter Monsieur Lazhar

Platz 4: Monsieur Lazhar

Ein kanadisches Drama, das sich in aller Stille gerade noch einen Spitzenplatz erschleicht, eben weil es mit so viel Zurückhaltung so viel Wirkung erzielt.

Filmposter James Bond 007: Skyfall

Platz 3: James Bond 007: Skyfall

Eine bombastische Frischzellenkur nach dem milde enttäuschenden „Ein Quantum Trost“. Dieser Bond hat es einfach allen gezeigt, zollt der Kultfigur Tribut und hebt sie gleichzeitig auf eine neue Ebene.

Filmposter The Cabin in the Woods

Platz 2: The Cabin in the Woods

Es kann kaum ein schöneres Geschenk für wahre Horrorfilmfans geben. Derartig clever und hintersinnig, dabei derartig derb und lustig und überhaupt mit einem immensen Unterhaltungsfaktor, das alles in einem konnte in diesem Jahr nur die Arbeit von Joss Whedon sein, gemeinsam mit seinem Kumpel Drew Goddard. Von den beiden können sich auch Regisseure ganz anderer Genres eine dicke Scheibe abschneiden.

Platz 1 (unentschieden):

Filmposter Marvel's The AvengersFilmposter The Dark Knight RisesFilmposter Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

Marvel’s The Avengers / The Dark Knight Rises / Life of Pi

Das glorreiche Dreigestirn der Epen. Warum diese auf den ersten Blick gar nicht harmonierende Kombination auf einer Stufe? Weil diese drei Filme 2012 am deutlichsten begreifbar gemacht haben, warum es Kino gibt. Ein Fest der Sinne, Spektakel in erhabener Schwere und Breite, und dahinter natürlich auch – ganz wichtig – eine Geschichte. Während „Marvel’s The Avengers“ – wieder von Joss Whedon, dem Drehbuchgenie – mit überwältigendem Pomp, der überwältigend gut koordiniert ist, auftrumpft, nähert sich Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ dem Superheldentum geradezu von der entgegengesetzte Seite, aus düsteren Emotionen heraus, aber mit derselben Wucht. Daneben beeindruckt Ang Lee mit „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“ ebenso, indem er bei aller Konzentration auf bahnbrechende visuelle Schönheit nicht vergisst, diese einem klugen Inhalt unterzuordnen.

Lobende Erwähnung (7.5/10)

21 Jump Street
50/50 – Freunde fürs (Über)Leben
Beasts of the Southern Wild
Cloud Atlas
Die Frau in Schwarz
Liebe
Oh Boy
The Artist
The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten
The Liverpool Goalie oder: Wie man die Schulzeit überlebt!
Vielleicht lieber morgen

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