Die dunkelste Stunde

DVD-Cover Die dunkelste Stunde

7/10

Originaltitel: Darkest Hour
GB | 2017 | 126 Min. | FSK: ab 6
Drama
Regie: Joe Wright
Drehbuch: Anthony McCarten
Besetzung: Gary Oldman, Kristin Scott Thomas, Lily James u.a.
Kinostart: 18.01.18
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.05.18

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Universal Pictures

Worum geht’s?

Der Zweite Weltkrieg tobt, Großbritannien fürchtet eine Invasion durch Hitlers Armee. Premierminister Neville Chamberlain wird aus seinem Amt gedrängt, weil er für den Krieg nicht gewappnet wirkt. Parlament und Volk sehnen sich nach einer starken Führung. Kurzerhand wird Winston Churchill gewählt. Unter seinen Kollegen ist er hochumstritten, doch sein entschlossenes Auftreten wirkt sich entscheidend auf die angespannte Situation aus.

Wie ist der Film?

Szenenbild Die dunkelste StundeWie sich herausstellt, ist Christopher Nolans „Dunkirk“ nur ein Spin-off von „Die dunkelste Stunde“. – Das ist natürlich nicht wirklich wahr, aber ein amüsanter Gedanke, liefert „Die dunkelste Stunde“ doch den Kontext zu Nolans Spektakel. Regisseur Joe Wright („Abbitte“) inszeniert anschaulichen Geschichtsunterricht. Dass der Film dabei nie zu trocken wird, liegt auch, aber nicht nur am alles überragenden Hauptdarsteller.

Gary Oldman („Dame, König, As, Spion“) vollzieht eine radikale Verwandlung in Winston Churchill; der Hollywoodstar ist in Aussehen und Körpersprache nicht wiederzuerkennen. Eine typische Oscar-Rolle, die aber auch völlig zu Recht ausgezeichnet wurde. Es ist eine wahre Freude, ihm zuzusehen und -zuhören. Selbst Nahaufnahmen halten der Makeup-Illusion stand. Kristin Scott Thomas („Only God Forgives“) als Ehefrau und Lily James („Baby Driver“) als Sekretärin rahmen das Alphamännchen gekonnt ein, um ihm zusätzliche Nuancen zu entlocken.

Im Grunde ist „Die dunkelste Stunde“ ein reiner Dialog-Marathon, wie „Die Verlegerin“, welcher ebenfalls im Rennen um den Oscar 2018 lag. Ersterer besticht allerdings mit reichlich britischem Charme (zumindest im Originalton) und einer kreativeren Nutzung filmischer Mittel. Allein die treibende Musik und die markant ausgeleuchteten Sets tragen ungemein zur Auflockerung der schweren Thematik bei.

Letzten Endes unterwirft sich „Die dunkelste Stunde“ dramaturgischen Regeln und erklärt Churchill zum Helden, der er wohl nur bedingt war. Doch dass Drehbuchautor Anthony McCarten („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) eine emotionale, positive Abrundung anstrebt, ist völlig legitim. Wie kontrovers der Premierminister und seine Politik waren, scheint zur Genüge durch. Und selbst, wenn man vor den pathetischen Momenten zurückschreckt, bleibt ein entscheidendes Argument für den Film: Gary Oldman.

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