Die etwas anderen Cops

Filmposter Die etwas anderen Cops

5/10

Originaltitel: The Other Guys
USA | 2010 | 107 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Action
Regie: Adam McKay
Drehbuch: Chris Henchy, Adam McKay
Besetzung: Will Ferrell, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Steve Coogan, Michael Keaton u.a.
Kinostart: 14.10.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.03.11

Links zum Film:
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Szenenbild © Sony Pictures

Worum geht’s?

Die zwei New Yorker Cops Highsmith und Danson sorgen bei ihren Einsätzen zwar für immensen Materialschaden, werden aufgrund ihrer supercoolen Verbrecherbekämpfung aber als Helden gefeiert. Als sie es einmal mit der Coolness zu weit treiben, kostet es sie das Leben. Ersatz muss her. Detective Terry Hoitz wittert seine Chance, um endlich von der blöden Büroarbeit wegzukommen. Doch zuerst muss er noch seinen trotteligen Partner, Detective Allan Gamble, überreden. Der jedoch ist mit seinem Papierkram wunschlos glücklich und bei Außeneinsätzen merklich überfordert.

Wie ist der Film?

Szenenbild Die etwas anderen CopsEtwa die erste Viertelstunde mit der gnadenlos überspitzen Materialschlacht von Sam Jackson und Dwayne „The Rock“ Johnson ist wirklich witzig. Danach beschleicht einen ein komisches Gefühl. Viele werden es gar nicht merken und den ganzen Film einfach abfeiern, aber es ist da: Es lässt sich feststellen, dass die Geschichte aus einer Aneinanderreihung von Gags besteht, ohne dass genügend drauf geachtet wird, ob die Gags gerade in die Szene / in die Geschichte / zu den Charakteren passen. Man kann die Drehbuchautoren förmlich vor sich sehen, wie ihnen ein Witz einfällt und sie denken „Ja, das muss rein!“ Da die Geschichte nur irgendwie um die Gags herum gestrickt wurde, hat man zwar ein Endprodukt mit massenhaft lustigen Stellen, doch es wirkt unzusammenhängend und verlogen.

„Die etwas anderen Cops“ verballert die Chance, eine gewitzte Buddy-Cop-Film-Parodie zu sein, da lieber die Scheuklappen aufgesetzt werden, um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich so viele lustige Zitate wie möglich aus dem Film zu ziehen. Die eigentliche Handlung ist eine wirre Geschichte um krumme Geschäfte mit Millionenbeträgen in Anlehnung an die Finanzkrise. Dass das uninteressant ist, gesteht sich der Film sogar selbst ein, indem er permanent abschweift, um die nächste irrwitzige Aktion der „anderen Cops“ zu starten.

Dabei ist die Besetzung an sich (wie eingangs schon angedeutet) ein echter Hingucker. Will Ferrell glänzt in seiner Paraderolle als Versager und Witzfigur mit lichten Momenten. Marc Wahlberg allerdings übertreibt es ein klein wenig mit seinem chronischen Angepisst-sein, auch wenn seine Figur im Film darauf angesprochen wird und man dadurch suggeriert, sich dessen bewusst zu sein. Etwas befremdlich wirkt die Tatsache, dass Wahlberg von seinem Erscheinungsbild her auch die Rolle des tatsächlich erfolgreichen Supercop hätte spielen können. Dass er in einer Komödie den wütenden Versager-Cop gibt, obwohl er 2006 in „Departed: Unter Feinden“ quasi die gleiche Rolle – nur in ernst – spielte und dafür eine Oscarnominierung erhielt, macht die Sache je nach Sichtweise noch seltsamer oder aber umso logischer.

Auch die Nebenfiguren sind erwähnenswert. Der Engländer Steve Coogan („Tropic Thunder“) bringt erfrischende Abwechslung neben den Polizisten-Charakteren und der plötzlich in die Jahre gekommene Michael Keaton gibt als Polizeichef eine sehr unterhaltsame Reprise bzw. logische Fortsetzung seines Auftritts in Tarantinos „Jackie Brown“, während Eva Mendes („Ghost Rider“) aus ihrer prinzipiell eher unglücklichen Rolle des optischen Leckerbissens noch ziemlich viel heraus holen kann.

„Die etwas anderen Cops“ ist attraktiv besetzt, angereichert mit netter Action und auch wirklich lustig, nur gestaltet sich die Unterbringung der unzähligen Gags und coolen Songs so, dass die Erzählung richtig darunter leidet. Daher kommt unterm Strich leider nur dubioses Mittelmaß heraus. Schade.

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