Die Verlegerin

Filmposter Die Verlegerin

6/10

Originaltitel: The Post
USA | 2017 | 117 Min. | FSK: ab 0
Drama, Thriller
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Liz Hannah, Josh Singer
Besetzung: Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Paulson u.a.
Kinostart: 22.02.18
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.06.18

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

1971 veröffentlicht die New York Times Regierungsdokumente, die eine jahrelange Täuschung der Öffentlichkeit bezüglich des Vietnamkriegsverlaufs aufdecken. Von solchen Schlagzeilen kann der Chefredakteur der Washington Post nur träumen – bis ihm eine ähnliche Sensation in die Hände fällt. Seine Verlegerin Katharine Graham, die ihr Amt von ihrem verstorbenen Mann erbte, muss entscheiden, ob sie sich mit der Regierung verfeindet und alles aufs Spiel setzt.

Wie ist der Film?

Hier haben wir wieder einen reinen ‚Rede-Film‘. Steven Spielberg, der sich in den letzten Jahren zunehmend dem politischen Kino zuwandte („München“, „Lincoln“, „Bridge of Spies – Der Unterhändler“) versucht sich einmal mehr an der Aufbereitung wahrer Begebenheiten. Dass diese fast nur in Büros und Wohnzimmern spielen, erschwert die Spannungserzeugung merklich.

„Die Verlegerin“ ist als eines der kleineren, unscheinbareren Projekte Spielbergs zu verbuchen. Obendrein muss es sich dem Vergleich mit dem sehr ähnlichen „Spotlight“ stellen, der erst 2016 den Oscar für den besten Film gewann. Und „Spotlight“ hat die Nase vorn, aufgrund einer emotional etwas stärker packenden Geschichte. Die zwei Oscar-Nominierungen von „Die Verlegerin“ (bester Film, beste Hauptdarstellerin) sind als reine Symbolik zu begreifen.

Meryl Streep verkörpert eine der tapferen Frauen in Führungsposition, für die der Feminismus kämpft und spielt gewohnt souverän; eine schauspielerisch wirklich herausragende Leistung ist nicht zu erkennen. Ihre einundzwanzigste(!) Oscar-Nominierung zeugt demnach von müder Gewohnheit und dem erwähnten Symbolcharakter. Tom Hanks spielt an Streeps Seite natürlich ebenso souverän, nur eben eine weniger aufregende Rolle als die erste weibliche Zeitungsverlegerin der USA. Die Nominierung von „Die Verlegerin“ als bester Film lässt sich damit erklären, dass der Film zu einer durchaus passenden Zeit erscheint.

„Die Verlegerin“ ist ein nettes Loblied auf die Pressefreiheit und trifft damit den Nerv der Gegenwart, in der sich Geschichte wiederholt, mit ‚Fake News‘-Debatten und angeklagten Reportern. Steven Spielberg setzt auf routinierte Star-Power, lockert den trockenen Inhalt mit geschmeidigen Kamerafahrten auf und schafft eine kleine Spannungsspitze im letzten Drittel. Solides Geschichtskino.

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1 Kommentar

  1. Mir hat DIE VERLEGERIN ein bißchen besser gefallen als dir. Was Tom Hanks angeht, scheint sich wohl die deutschsprachige Filmblogosphäre nicht ganz einig zu sein. Ich habe jetzt schon mehrere Kritiken zu dem Film gelesen. Die einen schreiben, er würde Meryl Streep die Show stehlen (wobei ich bezweifeln möchte, dass sowas überhaupt geht). Die anderen schreiben, er geht unter. Und ich sage: Keiner hat Recht. 😉 Er spielt solide.

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