Dinner für Spinner

Filmposter Dinner für Spinner

8/10

Originaltitel: Dinner for Schmucks
USA | 2010 | 114 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Remake
Regie: Jay Roach
Drehbuch: David Guion, Michael Handelman
Besetzung: Steve Carell, Paul Rudd, Zach Galifianakis u.a.
Kinostart: 23.09.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.02.11

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Worum geht’s?

Tim bekommt eine einmalige berufliche Aufstiegschance: Er wird von seinem Chef zu einem regelmäßig stattfindenden Dinner eingeladen. Jeder muss einen kauzigen Menschen mit besonderem Talent mitbringen, damit man sich über diesen lustig machen kann. Wenn Tim den größten Spinner von allen mitbringt, darf er eine Etage höher ziehen. Tims Lebensgefährtin Julie ist strikt gegen diese moralisch verwerfliche Aktion und Tim sieht das ein. Doch dann fällt ihm Barry in die Hände. Barry bastelt wunderschöne Figuren aus toten Mäusen und ist eben der geborene Spinner, der Tims Leben schließlich völlig durcheinander bringt.

Wie ist der Film?

Man möchte diesen Film eigentlich gar nicht so hoch bewerten, weil er völlig unglaubwürdig ist und seine Rahmenhandlung aus altbekannten, abgegriffenen Versatzstücken besteht, aber man hat einfach so einen Mordsspaß! Regisseur Jay Roach (Austin Powers Trilogie) gibt nach „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ (2004) mit „Dinner für Spinner“ sein Komödien-Comeback, und zwar in Form einer Neuverfilmung des gleichnamigen Films von 1998 aus Frankreich.

Ein US-Remake einer europäischen Produktion verheißt selten Gutes und Liebhaber des Originals werden sich hier auch auf den Schlips getreten fühlen, aber ohne den Originalfilm genauer als durch einen Trailer-Eindruck zu kennen, lässt sich sagen: Roach und seine Autoren werfen die französisch-stilvolle Haltung ihrer Vorlage bewusst über den Haufen und kreieren mithilfe einer glänzenden Besetzung etwas, das so aberwitzig ist, dass die Daseinsberechtigung des Remake außer Frage steht. 2010 ist es dieser Film, der mit seiner Witzigkeit am ehesten an den Vorjahresknaller „Hangover“ heranreicht.

„Dinner für Spinner“ bietet – vor allem im Finale – ein Sammelsurium absolut skurriler Figuren, die unheimlich Spaß machen, darunter Zack Galifianakis („Hangover“) sowie „Little Britain“-Star David Walliams in genialen Nebenrollen und allen voran Steve Carell („Get Smart“), der in der Rolle des verschrobenen Künstlers alle Register seines komödiantischen Talents zieht und seine vorangegangenen Kinofilm-Leistungen übertrifft. Und mittendrin steckt Paul Rudd („Vorbilder?!“) als Normalo, der als Identifikationsfigur und Sympathieträger perfekt funktioniert.

Zwar wirkt die Handlung oft haarsträubend konstruiert und aus der Luft gegriffen, aber dafür ergeben sich daraus Szenarien, die einfach zum Brüllen komisch sind. Außerdem drohen dank der straffen Inszenierung selbst in den ruhigeren Passagen keine Durchhänger, trotz stattlicher Laufzeit. So stört es auch nicht, dass im Kern der Handlung klischeehafte Beziehungskonflikte stehen. Neben den gelungenen Slapstick-Einlagen gehören vor allem die teils sensationellen Sprüche zu den Highlights des Films. Da eignet sich so einiges zum Zitieren, ist jedoch im Kontext noch deutlich lustiger. Die meisten Gags in „Dinner für Spinner“ zielen ziemlich tief und sprechen wahrscheinlich nur Freunde des etwas derberen Humors an, werden aber dennoch nie zu geschmacklos.

„Dinner für Spinner“ schwankt zwischen Diskriminierung von Außenseitern und dem Appell zur Bekämpfung der selbigen. Man weiß nicht so recht, woran man ist in diesem Chaos-Trip, aber das hat den Vorteil, dass es zwar moralisch wird, man aber keine Botschaft aufgedrängt bekommt. Jedenfalls macht eine angemessene Portion Gefühl diese herrlich schräge Komödie schließlich auch noch zu einem richtigen Wohlfühlfilm. In Anbetracht des eigentlich ausgelutschten Konzepts eine starke Leistung.

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