Don’t Breathe

Filmposter Don't Breathe

7.5/10

Originaltitel: Don’t Breathe
USA | 2016 | 88 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Horror
Regie: Fede Alvarez
Drehbuch: Fede Alvarez, Rodo Sayagues
Besetzung: Jane Levy, Dylan Minnette, Daniel Zovatto, Stephen Lang u.a.
Kinostart: 08.09.16
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH

Worum geht’s?

Rocky, Alex und Money brechen in Häuser ein, um sich ihre Zukunftspläne zu finanzieren. Das Haus eines Kriegsveteranen mitten in einer verlassen Wohngegend bietet eine einmalige Gelegenheit. Der Mann ist blind und soll einen sechsstelligen Geldbetrag hüten. Als das Trio sich nachts Zugang verschafft, wacht der Bewohner auf und weiß sich zu wehren.

Wie ist der Film?

Szenenbild Don't BreatheSie haben es wieder getan: Die uruguayischen YouTube-Entdeckungen Fede Alvarez und Rodo Sayagues schufen mit „Evil Dead“ ein einschneidendes Langfilmdebüt und legen mit „Don’t Breathe“ ähnlich stark nach. Qualitätssichernde Rückendeckung liefern erneut die Produzenten Sam Raimi und Rob Tapert („Tanz der Teufel“, „Drag Me to Hell“). Bereits im Ansatz handelt das Dream-Team nobel: Statt an die Exzesse aus „Evil Dead“ heranreichen zu wollen, setzt „Don’t Breathe“ zur Abwechslung ganz auf eine realistische Prämisse und klassische Mittel der Spannungserzeugung.

Angenehm zügig kommt „Don’t Breathe“ zu Sache und begnügt sich mit einem sehr reduzierten Setting, dessen Potential voll ausgeschöpft wird. Ein beklemmendes Szenario jagt das nächste, ohne dass die Autoren dabei die schlüssigen Zusammenhänge aus den Augen verlieren. Die Kamera gleitet elegant durch die engen, schummrigen Räume, während minutiöses Sounddesign das Popcorn-Geraschel verstummen lässt. Wie aus dem Suspense-Lehrbuch arbeitet der Film mit Ruhe, Rätseln und prägnanten Ausbrüchen.

Die Motive aller Hauptfiguren sind schnell und nachvollziehbar herausgearbeitet, damit das Publikum sich ein eigenes Bild machen darf. Neben der Frage, was wohl als nächstes passiert, wirft „Don’t Breathe“ auch moralische Fragen in den Raum: Wer ist hier inwiefern ein Opfer? Durch den Verzicht auf eindeutige Zuweisung von Gut und Böse fesselt der Film auf mehreren Ebenen. Wie schon in „Evil Dead“ meistert Jane Levy die Hauptrolle mit viel Körpereinsatz, während Dylan Minnette („Let Me In“) und Daniel Zovatto („It Follows“) fast schon überdeutlich Gegensätze spielen. Stephen Lang („Avatar – Aufbruch nach Pandora“) beweist mächtige Präsenz, aber auch sensible Zwischentöne.

Durch die (freiwillige) Begrenzung von Möglichkeiten bleibt „Don’t Breathe“ keine andere Wahl, als an zahlreichen Genreklischees entlang zu balancieren. Doch das Drehbuch bleibt stets feinfühlig und kreiert einen runden Thriller erster Güte. Ob sich dieses bitterböse Nervenzerren überhaupt dem Horrorgenre zuordnen lässt, ist Geschmackssache. Genau wie die Antwort auf die Frage, ob sich die Macher zu ein, zwei Wendungen zu viel haben hinreißen lassen. Letzten Endes erreicht „Don’t Breathe“ nicht die Schreckensintensität eines „Evil Dead“ und erfindet kein Rad neu, erinnert aber mal wieder daran, wie wenig Schauwerte wahres Spannungskino eigentlich braucht.

Ähnliche Filme

Evil Dead
The Collector – He always takes one!
Sleep Tight
The Last House on the Left

4 Kommentare

  1. Klingt nach einem soliden Horrorthriller der mir gefallen könnte. Ich habe bisher nur den Trailer gesehen und war nicht sonderlich angetan, aber nachdem ich deinen Artikel gelesen habe könnte ich mich doch daran machen und mir ihn ansehen.
    PS: Herzlichen Glückwunsch zu deinen 1000 Filmreviews und dem Reldesign der Website!

  2. Also ich war im Kino und hab mir den mit meinem Freund reingezogen! Ich muss sagen, viel besser als der Trailer! Eigentlich ist ja mein Mann der Horrorfreak, aber der hat mir echt gefallen!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*