Duke of Burgundy

Filmposter Duke of Burgundy

7/10

Originaltitel: The Duke of Budgundy
GB | 2014 | 104 Min. | FSK: ab 16
Drama, Mystery, Erotik, Thriller
Regie: Peter Strickland
Drehbuch: Peter Strickland
Besetzung: Sidse Babett Knudsen, Chiara D’Anna u.a.
Kinostart: 03.12.15
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Salzgeber & Co. Medien GmbH

Worum geht’s?

Irgendwo in Europa: Schmetterlingsforscherin Cynthia empfängt die jüngere Evelyn in ihrem alten herrschaftlichen Haus, um ihr Hausarbeiten aufzutragen. Evelyn lässt sich erniedrigen und bestrafen. Cynthias Strenge erregt sie. Doch die Beziehung der beiden Frauen zueinander ist nicht das, was sie zu sein scheint.

Wie ist der Film?

Szenenbild Duke of BurgundyNach „Berberian Sound Studio“ behält Regisseur/Autor Peter Strickland seinen eigenen Stil zwischen Polanski und Lynch konsequent bei; diesmal in einer charakterorientierteren Richtung. Es ist eine Schmetterlingsart, die der bewusst irreführende Filmtitel bezeichnet, und auch die Handlung von „Duke of Burgundy“ legt geschickte falsche Fährten, um sich im Kern einer feinfühligen Beziehungsstudie zu widmen. Mit einer äußerst sympathischen Selbstverständlichkeit wählt Strickland eine lesbische Konstellation für seine Liebesgeschichte. Männer sind im gesamten Film nicht zu sehen, was sich bemerkenswert richtig anfühlt. Rätselhafte Bildmontagen drängen bedeutungsschwangere Metaphern auf, doch es kommt ganz auf die einnehmende Atmosphäre an.

Handlungszeit- und Ort sind nicht bestimmbar; Strickland lässt seine mit ungeklärtem Akzent sprechenden Figuren in einer surrealen Blase leben, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Duke of Burgundy“ untersucht eine zwischenmenschliche Dynamik rund um masochistische Spiele, mit einer menschelnden Prise Humor anstelle von Klischees. Nacktheit hat dieser erweiterte Erotikfilm schlichtweg nicht nötig; es prickelt vor verheißungsvollen Klängen und virtuos fotografierten Andeutungen. In den Hauptrollen ergänzen sich Sidse Babett Knudsen („Borgen“) und Neuentdeckung Chiara D’Anna (kurz in „Berberian Sound Studio“) glänzend.

„Duke of Burgundy“ ist wunderbar subtiles und dabei sehr sinnliches Genusskino, rein visuell einer der schönsten Filme des Jahres. Ein spannender Soundtrack trägt wesentlich zur Sogwirkung bei. Bevor die Pärchen-Problematik allzu dröge gerät, wertet ein Hauch von Psycho-Thriller-Flair die Prämisse auf. Die Geschichte erschließt sich nie vollständig, aber das soll sie auch gar nicht. Man muss sie einfach nur auf sich wirken lassen. Eine kleine Perle.

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