Elle

DVD-Cover Elle

7/10

Originaltitel: Elle
FR, DE | 2016 | 130 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Drama, Krimi
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: David Birke
Besetzung: Isabelle Huppert, Laurent Lafitte, Anne Consigny, Charles Berling, Virginie Efira u.a.
Kinostart: 16.02.17
DVD/Blu-Ray VÖ: 21.07.17

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © MFA+ FilmDistribution

Worum geht’s?

Michèle, Chefin einer Videospielfirma, wird mitten am Tag in ihrem Haus von einem maskierten Einbrecher vergewaltigt. Gefasst beseitigt sie die Spuren und erzählt zunächst niemandem davon. Arbeit, Freundeskreis und Familie sorgen schon für genug Stress. Doch der Täter nimmt erneut Kontakt auf und beginnt ein gefährliches Spiel.

Wie ist der Film?

Mit „Elle“, basierend auf Philippe Djians Roman „Oh…“, feiert Paul Verhoeven ein gelungenes Comeback. Hier erinnert der Regisseur an seinen Erotik-Thriller „Basic Instinct“, gerade durch die Musik und inhaltlichen Parallelen. Von Hollywood-Manier fehlt ansonsten aber jede Spur. Verhoeven kann froh sein, dass sein Projekt in den USA weder Financiers noch eine Hauptdarstellerin fand. Denn es tat der Geschichte gut, dass die französische Romanvorlage auch in Frankreich verfilmt wurde.

Szenenbild Elle„Elle“ lässt ein ‚Whodunnit‘ mit typischem Rape-and-Revenge-Plot vermuten, erweist sich aber als ungleich komplexer. Frei von Genreklischees konfrontiert der Film sein Publikum mit psychischen Abgründen, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben. Viele Beziehungsgeschichten werden geschickt angerissen und miteinander verknüpft, um dann doch undurchsichtig zu bleiben. Kategorien wie ‚Gut‘ und ‚Böse‘ interessieren Verhoeven nicht; eher die Anregung zum Diskurs. Weil man nie wissen kann, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln werden, regiert eine latente Grundspannung. Isabelle Huppert („8 Frauen“) ist eine faszinierende Hauptdarstellerin, weil sie authentisch gegen das anspielt, was man von ihrer Figur erwartet. Die voyeuristisch angehauchte Schulterkamera unterstützt die Zugänglichkeit der Geschichte.

Pervers und doch subtil, fragmentarisch und doch in sich stimmig, dramatisch und doch voll von trockenem Witz – „Elle“ ist ein politisch unkorrekter, im besten Sinne französischer Psychothriller über sexuelles Verlangen, verkappte Beziehungen und Schicksalsbewältigung. Mit fast 80 Jahren liefert Verhoeven, der schon mit „Starship Troopers“ und „Showgirls“ polarisierte, ein weiteres Zeugnis seiner mutigen Vielseitigkeit.

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