Erotische Geständnisse der Porno-Queens

DVD-Cover Erotische Geständnisse der Porno-Queens

6/10

Originaltitel: Aroused
USA | 2013 | 66 Min. | FSK: ab 16
Dokumentation
Regie: Deborah Anderson
Drehbuch: Deborah Anderson
Besetzung: Belladonna, Kayden Kross, Lisa Ann, Katsuni, Jesse Jane, Lexi Belle, Alexis Texas, Francesca Le u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.03.15

Links zum Film:
IMDb
Bilder © Tiberius Film

Worum geht’s?

Im Zuge ihres dritten Fotobuchs lädt Deborah Anderson 16 berühmte Pornodarstellerinnen in ihr Studio ein. Ziel der Fotografin ist es, die wahre Sinnlichkeit der Frauen hinter dem aufgesetzten Sexappeal zum Vorschein zu bringen. Die Filme der Stars hat sie bewusst nicht gesehen. Bei den Vorbereitungen des Fotoshootings entstehen intime Gespräche.

Wie ist der Film?

Szenenbild Erotische Geständnisse der Porno-QueensDokumentarische Blicke hinter die Pornofilmkulissen gab es bereits zuhauf (siehe etwa „9 to 5: Days in Porn“ oder „Porno Unplugged“), doch die Musikerin und Fotografin Deborah Anderson versucht sich an einer streng weiblichen Perspektive, um dem rauen Geschäft besonders viel Menschlichkeit zu entlocken. Eine noble Geste, würde sich die Regisseurin nicht ständig selbst inszenieren.

Eines muss man Anderson lassen: Wie schon in ihren früheren Projekten bittet sie nicht nur irgendwelche KennerInnen der Szene vor die Linse. Sie hat die Topstars, was dem Film natürlich gleich mehr Aufmerksamkeit verspricht. Lisa Ann, Alexis Texas, Kayden Kross, Lexi Belle – alle sind sie da, und wer keinen dieser Namen kennen will, lügt, ist eine Frau, oder beides, höchstwahrscheinlich. Die Porno-Queens, welche sich diesen Titel durchaus verdient haben, erzählen ungewohnt offen von ihrer Kindheit, ihrem Selbstwertgefühl und ihrer Sicht auf einen der umstrittensten Jobs der Welt, angeregt von einer entspannten, testosteronarmen Atmosphäre.

Mit hohem ästhetischem Anspruch setzen sich fast 20 Stimmen bei fluffigem Soundtrack zu einem einstündigen Hochglanz-Schwatz zusammen. Neben den Darstellerinnen kommt auch eine Agentin aus der Branche zu Wort, doch trotzdem bleibt der Blickwinkel einseitig, vorgegeben von der Regisseurin, die auch vor der Kamera stets ihr Anliegen klarstellt. Weniger Stilisierung mit Schwarzweiß und Fokus-Spielereien, dafür mehr narrative Ideen hätten „Erotische Geständnisse der Porno-Queens“ auf Dauer kurzweiliger gemacht, vermutlich auch authentischer. Aber dass sich die Stars ganz ehrlich geben, ist ihnen anzumerken – so gut könnten sie ja gar nicht schauspielern.

„Erotische Geständnisse der Porno-Queens“ ist ein netter Beitrag zum Feminismus, nett anzuschauen, wie ein überlanger Kosmetik-Werbespot ab 16. Eine Vielzahl interessanter Interviewpartnerinnen weiß ein arg reduziertes Konzept auszugleichen. Wer hier schmutzige Fantasie-Anregungen sucht, hat sich jedenfalls vom Titel in die Irre führen lassen.

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