Es

Filmposter Es

7/10

Originaltitel: It
USA | 2017 | 135 Min. | FSK: ab 16
Horror, Coming-of-Age
Regie: Andrés Muschietti
Drehbuch: Gary Dauberman, Chase Palmer
Besetzung: Jaeden Lieberher, Bill Skarsgård u.a.
Kinostart: 28.09.17
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Szenenbild © 2017 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. AND RATPAC-DUNE ENTERTAINMENT LLC. ALL RIGHTS RESERVED

Worum geht’s?

Sommerferien, 1989: Teenager Bill Denbrough hat bereits seinen kleinen Bruder Georgie verloren, und in der Stadt verschwinden immer mehr Kinder. Die Erwachsenen merken nicht, was passiert, doch Bill und seine Clique begegnen dem Grauen: Ein Gestaltenwandler, der meist als Clown namens Pennywise auftritt, konfrontiert Kinder mit ihren schlimmsten Ängsten.

Wie ist der Film?

Alle 27 Jahre erscheint das Monstrum aus Stephen Kings Roman „Es“, und genau 27 Jahre nach dessen erster Verfilmung startet das langersehnte Remake. Der TV-Mehrteiler von 1990 machte noble Anstalten, dem rund tausendseitigen Buch gerecht zu werden, ist aber schlecht gealtert. Eine zeitgemäße Neuauflage von „Es“ fühlt sich angebrachter an als die meisten anderen Horror-Remakes – beste Voraussetzungen also. Im direkten Vergleich gewinnt tatsächlich das Remake, wobei die ältere Variante ihre eigenen Reize behält.

Szenenbild EsRegisseur Andrés Muschietti inszenierte zuletzt den mittelprächtigen „Mama“ und setzt auch in „Es“ auf gängige Gruseltricks. Stimmungsvolle Lichtsetzung, sattes Sounddesign, beklemmendes Makeup und viel, aber nicht zu viel CGI zeichnen Horrorszenarien, wie der Genrefan sie kennt und liebt, natürlich voller Jumpscares. Muschietti und seine Drehbuchautoren haben allerdings verinnerlicht, dass die Vorlage neben Grusel noch weitere wichtige Facetten birgt.

„Es“ ist auch eine Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden, was das Remake auf besondere Weise beherzigt. Obwohl Roman und Erstverfilmung zwischen zwei Zeitebenen hin- und herspringen, beschränkt sich die Neuauflage auf die Kindheit der Clique. (Erst in der Fortsetzung, die bereits feststeht, wird man die Hauptfiguren als Erwachsene sehen.) Die Zeitsprünge sind im Original ein wesentlicher Faktor der Spannungserzeugung, doch die lineare Erzählweise bietet dafür mehr Entfaltungsraum für die Kinderfiguren. „Es“ lässt erstaunlich viel Humor in die Handlung einfließen und erforscht feinfühlig die kindliche Gruppendynamik. Witzige Wortgefechte der Clique tragen am meisten zum Unterhaltungswert bei. Als Gruselschocker schlägt sich das Remake solide, als Coming-of-Age-Dramödie sogar noch besser.

Die Chemie zwischen den Nachwuchsstars stimmt, das junge Ensemble leistet tolle Arbeit, was man von den Kids anno 1990 auch schon behaupten konnte. Pennywise, der Clown ist schwieriger zu bewerten. Darsteller Tim Curry zeigte damals eine spannende Bandbreite zwischen Komik und Terror, während Bill Skarsgård („Im Weltraum gibt es keine Gefühle“) die Gruselaura perfektioniert. Der neue Pennywise wirkt durchweg verstörend und erfüllt damit anstandslos seinen Zweck als Antagonist. Genau wie bei Batmans Erzfeind Joker bleibt es Geschmackssache, welche Verkörperung man favorisiert.

„Es“ fährt 2017 natürlich mehr auf als im Fernsehen der 90er möglich war, gehört zu den besseren Gruselfilmen der letzten Jahre und könnte in einem Atemzug mit „Insidious“ genannt werden, wäre da nicht noch eine tiefere Ebene. Eine besondere Qualität gewinnt das Remake durch den liebevollen Umgang mit den Kinderfiguren, der die Kernthemen der Romanvorlage sorgfältig herausarbeitet. Viele 80er-Jahre-Popkulturreferenzen wickeln das Publikum zusätzlich um den Finger. Kleine Längen in der von Zeitsprüngen befreiten Handlung fallen kaum ins Gewicht. Bleibt abzuwarten, ob Teil 2 als reine ‚Erwachsenengeschichte‘ funktioniert und sich vielleicht sogar noch steigern kann.

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