Ewige Jugend

Filmposter Ewige Jugend

6.5/10

Originaltitel: Youth
IT, FR, CH, GB | 2015 | 118 Min. | FSK: ab 6
Drama, Komödie
Regie: Paolo Sorrentino
Drehbuch: Paolo Sorrentino
Besetzung: Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz u.a.
Kinostart: 26.11.15
DVD/Blu-Ray VÖ: 01.04.16

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Wild Bunch

Worum geht’s?

Die Senioren Fred und Mick sind alte Freunde und verbringen einen entspannten Urlaub in einem Schweizer Sanatorium, haben jedoch ganz unterschiedlich Vorstellungen von ihrer Zukunft. Während der anerkannte Dirigent Fred seinen Ruhestand genießt, arbeitet Mick mit einem Drehbuchteam fleißig an seinem letzten Film. Gemeinsam beobachten die beiden Hotelgäste und sinnieren.

Wie ist der Film?

Szenenbild Ewige JugendPaolo Sorrentino schlägt mit „Ewige Jugend“ in dieselbe Kerbe wie sein Oscar-Triumph „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ – im klassischen Sinne passiert nicht wirklich etwas, auf die Reflexion und die Bedeutung hinter den schönen Bildern kommt es an. Doch der Rentnerurlaub ist nicht ganz so schön wie die Ode an Rom; die Hauptfiguren sind nicht so faszinierend wie Cheyenne in „This Must Be the Place“. Dafür trumpft „Ewige Jugend“ mit einem hervorragenden Ensemble auf.

Die Altmeister Michael Caine („1 Mord für 2“) und Harvey Keitel („Reservoir Dogs“) ergänzen sich blendend. Und selbst die Nebenrollen sind mit Hollywoodgrößen besetzt, allen voran Paul Dano („Prisoners“), der gekonnt wie sympathisch gegen sein Verlierer-Image anspielt, und eine wunderbar gefühlvolle Rachel Weisz („Der ewige Gärtner“). So bewahren die entschleunigten Dialoge stets einen gewissen Charme, ob sie nun philosophisch oder trivial anmuten.

„Ewige Jugend“ – ein irreführender deutscher Titel für „Youth“ – ist kreativ inszeniert, formvollendet bebildert und erstklassig besetzt. Sorrentinos Hang zu beobachtenden Details, surrealer Überhöhung und feinsinnigem Humor sorgt für das gewisse Etwas. Elegant verwebt er einige kleine Geschichten in einem großen Nichts – oder vielleicht auch ‚Alles‘. Für sich selbst den Tiefgang in der letzten Endes dünnen Handlung herauszuarbeiten, ist optional; kein Zeigefinger drängt sich auf. Jedenfalls hätte das Sinnieren über den Lauf der Zeit auch als Neunzig-Minüter genügt, aber langsame Filme sind nun mal lang, erst recht, wenn sie Preise gewinnen.

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