Excision

DVD-Cover Excision

6/10

Originaltitel: Excision
USA | 2012 | 81 Min. | FSK: ab 18
Drama, Komödie, Horror, Direct-to-DVD
Regie: Richard Bates, Jr.
Drehbuch: Richard Bates, Jr.
Besetzung: AnnaLynne McCord, Traci Lords u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.04.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | www.highschoolfilme.de
Bilder © 2012 NEW NORMAL FILMS, LLC. All rights reserved.

Worum geht’s?

Die 18jährige Außenseiterin Pauline hat feuchte Träume von Nekrophilie und möchte gern Medizin studieren. Verzweifelt versucht die Mutter, Pauline Benehmen beizubringen und ist sichtlich froh, dass sie mit der an einer chronischen Lungenkrankheit leidenden Grace noch eine weitere, brave Tochter hat. Der Vater hat dazu nicht viel zu sagen. Während sich Graces Zustand verschlechtert, nimmt Paulines Verhalten immer gefährlichere Züge an.

Wie ist der Film?

„Excision“ lässt sich noch schwerer kategorisieren als es zunächst den Anschein hat. Eine schwarze Highschool-Komödie mit Horrorelementen kippt in ein verstörendes Drama, was letztlich eine ungewöhnliche, vor allem aber (bewusst) unbequeme Mischung ergibt. Stets spürt man im mit allerlei Abartigem und coolen Gastauftritten angereicherten „Excision“ die Ambitionen eines Langfilmdebütanten, wie Regisseur Richard Bates, Jr. eben einer ist. Und leider auch, dass er hier auf seinen gleichnamigen Kurzfilm von 2008 zurückgreift und die Geschichte eigentlich bloß ausdehnt. Trotz schlanker Laufzeit kommt die Handlung nicht in die Gänge und wird dadurch nur noch unangenehmer.

Szenenbild ExcisionElegante Bilder inklusive bizarr-ästhetischer Traumsequenzen in Kombination mit einer gelungenen Besetzung verleihen dem Film seinen Reiz. AnnaLynne McCord („Day of the Dead“) ist stark als auf hässlich geschminkte Teenagerin in der Hölle der Selbstfindung. Daneben gefällt vor allem Traci Lords („Zack and Miri Make a Porno“) als Nerv-Mutter aus dem Bilderbuch beziehungsweise giftige Ehefrau à la „American Beauty“. Die junge Hauptfigur ist gerade durch ihre Ambivalenz interessant, gespalten zwischen Sehnsucht nach Liebe und Blutdurst. Daher wird es zum Problem, dass ihr die Publikumssympathien bei ihrer fortgeschrittenen Manie nach und nach entgleiten und man der Mutter trotz galliger Art ihre ausschließlich guten Absichten zugestehen will. Letztendlich ist man zwischen den Charakteren verloren und kann nur noch hilflos zusehen.

Als Gegenentwurf zu geläufigen Highschool- und Coming-of-Age-Filmen ist „Excision“ prinzipiell eine gute Idee und im Umgang mit den in (Menstruations-) Blut getränkten Metaphern um jugendliche Verwirrung noch deutlich mutiger als „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ oder „Ginger Snaps – Das Biest in dir“. Doch so vor den Kopf gestoßen, wie „Excision“ einen zurücklässt, schießt der Film auch über das Ziel hinaus und ist schließlich einfach ein bemerkenswert perverses Kuriositätenkabinett für den alternativen Geschmack, stilvoll inszeniert, aber nicht wirklich spannend erzählt.

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