Flucht aus L.A.

Filmposter Flucht aus L.A.

6.5/10

Originaltitel: Escape from L.A.
USA | 1996 | 101 Min. | FSK: ab 16
Science-Fiction, Action
Regie: John Carpenter
Drehbuch: John Carpenter, Debra Hill, Kurt Russell
Besetzung: Kurt Russell, Stacy Keach, Steve Buscemi, Peter Fonda, Pam Grier, Bruce Campbell u.a.
Kinostart: 31.10.96
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.06.01/10.02.17

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

2013. Der gesetzlose Kriegsheld Snake Plissken ist zurück. Diesmal führt ihn der Auftrag der Regierung nach L.A. Die durch ein Erdbeben zur Insel gewordene Stadt dient als Deportationszone für alle Menschen, die im übrigen Amerika unerwünscht sind. Dort hat sich die Tochter des Präsidenten mit einem mächtigen Bandenführer zusammengetan, nachdem sie die Fernbedienung zu einer Satellitenwaffe entwendete. Snake muss die Fernbedienung finden oder sterben.

Wie ist der Film?

Kult und Schund liegen bei John Carpenter („Sie leben!“) manchmal nah beieinander, und in „Flucht aus L.A.“ treibt es der Regisseur auf die Spitze. Es handelt sich um die Fortsetzung von „Die Klapperschlange“, antiromantisch und antiamerikanisch wie eh und je. 15 Jahre später erzählt Carpenter fast dieselbe Geschichte nochmal, nur mit wesentlich höherem Budget. Heraus kam Sci-Fi-Action-Quatsch, den Fans des ersten Teils weitgehend verschmähen. Aus neutraler Distanz betrachtet haben jedoch beide Teile ihre eigenen Reize.

So wie „Die Klapperschlange“ den Geist der 80er Jahre atmet, sprüht „Flucht aus L.A.“ vor 90er-Ästhetik. Letzteres bedeutet hier auch unausgereifte CGI, was heute schmerzhaft aussieht, dafür aber jede Menge Trash-Charme generiert. Es kann ja nicht immer gleich „Terminator 2“ sein; Carpenter war und bleibt ein B-Movie-Typ. Mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln tobt er sich aus und nutzt Chancen, die sich 15 Jahre zuvor noch nicht boten. Das bedeutet Action zu Lande, zu Wasser und in der Luft, fetten Soundtrack sowie viele Gaststars. Hauptdarsteller Kurt Russell befindet sich immer noch in Topform und zeigt sein Herzblut für Snake Plissken, indem er diesmal sogar produzierte und am Drehbuch mitschrieb.

„Flucht aus L.A.“ ist so übertrieben, wie es die in Teil 1 etablierte Grundidee eigentlich schon immer verlangte. Mit einem Augenzwinkern betrachtet weiß Snakes absurde Odyssee gut zu unterhaltsam und funktioniert auch als eine Art liebevolle Parodie des Vorgängerfilms. Weniger Atmosphäre, dafür mehr Spektakel. Die Vorhersehbarkeit des Schlussakts trübt den Spaß nur geringfügig. Diese Fortsetzung ist in Wahrheit ein Remake auf Ecstasy.

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