Four Lions

Filmposter Four Lions

7/10

Originaltitel: Four Lions
GB | 2010 | 107 Min. | FSK: ab 16
Komödie, Satire
Regie: Christopher Morris
Drehbuch: Christopher Morris, Jesse Armstrong, Sam Bain
Besetzung: Riz Ahmed, Nigel Lindsay, Kayvan Novak u.a.
Kinostart: 21.04.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.09.11/25.11.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Capelight

Worum geht’s?

Die in England lebenden Moslems Omar – ein nachdenklicher Vater –, Waij – Omars debiler bester Freund –, Barry – ein zum Islam konvertierter Engländer – sowie Faisal, der meist schweigt, aber auf die hirnverbranntesten Ideen kommt, planen im Alleingang ihren eigenen Dschihad gegen die Ungläubigen. Schon bevor die Vier sich geeinigt haben, wo ihr Anschlag stattfinden soll, passiert ein Missgeschick nach dem anderen.

Wie ist der Film?

Szenenbild Four LionsMit seinem Kinofilmdebüt hat der britische Satiriker Christopher Morris einen goldenen, gut versteckten Pfad zwischen Geschmacklosigkeit und Kontroverse gefunden, der eine stilsichere schwarze Komödie sondergleichen offenlegt. Zu keiner Zeit machen sich Spott oder Böswilligkeit bemerkbar, und dennoch zieht „Four Lions“ das muslimische Terroristentum und die daraus entstandenen Klischees leidenschaftlich durch den Kakao. Selten wurde ein so heikles Thema in einem geradlinigen Unterhaltungsfilm humoristisch aufgegriffen, ohne sich dabei die Finger zu verbrennen oder in Niveaulosigkeit abzudriften. Obwohl er Albernheiten nicht scheut, behält der Film stets seine Würde, dank der liebevoll gezeichneten und glänzend verkörperten Charaktere.

Der bis dato nahezu unbekannte Riz Ahmed legt in der Hauptrolle als Gruppenführer eine eindrucksvolle Energie und Präsenz an den Tag, womit er sich als eine der interessantesten Kino-Neuentdeckungen der letzten Zeit erweist. Um ihn herum scharrt sich ein Sammelsurium herrlich skurriler Figuren. Zusammen ergibt sich daraus ein buntes Ensemble, das vor allem durch feurige Dialoge mit unvergleichlich schrägen Akzenten und Slang-Ausdrücken unterhält – die englische Originalfassung vorausgesetzt.

Ein dokumentarischer (aber glücklicherweise lange nicht so aufdringlich wie etwa in „The Hurt Locker“ oder „World Invasion: Battle Los Angeles“ daherkommender) Inszenierungsstil mit Handkameras unterstützt die Handlung und verhilft dem Film zu einer zutiefst ironischen Authentizität. Jener clevere Kniff wird allerdings stellenweise ausgebremst, wenn die Charaktere dann doch übertrieben dämlich agieren und sich stellenweise kaum noch von einer reinen Karikatur unterscheiden. Dafür wiederum zieht Morris mit der fallenden Handlung bis hin zum irgendwie melancholischen Ende, welches das Publikum mit einem seltsamen Gefühl zurücklässt, noch ein Ass aus dem Ärmel, indem er zuletzt doch noch auch den Ernst der Thematik anklingen lässt und zeigt, dass seine (Witz-)Figuren durchaus auch Tiefe besitzen, subtil und kommentarlos.

„Four Lions“ ist dank der letzten paar Minuten doch nicht ganz so leicht zu verdauen, wie es bis dorthin den Anschein macht. Ob das ein weiterer Kritikpunkt oder aber ein weiteres Qualitätsmerkmal für den Film ist, muss man selbst entscheiden. Es bleibt in jedem Fall eine überaus frische, aberwitzige, alberne, trotzdem kluge und natürlich krähenschwarze Komödie.

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