Frankenweenie

Filmposter Frankenweenie

8/10

Originaltitel: Frankenweenie
USA | 2012 | 87 Min. | FSK: ab 12
Animation, Komödie
Regie: Tim Burton
Drehbuch: John August
Synchronisation: Catherine O’Hara / Melanie Manstein, Martin Short / Jakob Riedl, Winona Ryder / Laura Maire u.a.
Kinostart: 24.01.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 29.05.13

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Durch einen Unfall verliert der junge Victor Frankenstein seinen besten und einzigen Freund: den quirligen Familienhund Sparky. Die Trauer währt nicht lange, denn der neue Physiklehrer Mr. Rzykruski bringt ihn auf eine Idee. Durch die von einem Gewitter abgezapfte Elektrizität gelingt es dem naturwissenschaftlich begabten Victor, Sparky wieder zum Leben zu erwecken. Als die Eltern und die Nachbarschaft davon Wind bekommen, hat das Experiment ungeahnte Auswirkungen.

Wie ist der Film?

Zurück zu den Wurzeln kehrt Regisseur Tim Burton mit „Frankenweenie“ gleich in mehrfacher Hinsicht. So handelt es sich um ein Remake des gleichnamigen halbstündigen Kurzfilms von 1984, auch von Burton, aus der Zeit vor seinem großen Durchbruch. Klare Parallelen weißt der neue „Frankenweenie“ auch mit „Vincent“ auf, Burtons kleine Stop-Motion-Hommage an Vincent Price von ´82. Nachdem er bis 2012 ganze fünf Mal in Folge mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter gearbeitet hatte (zuletzt: „Dark Shadows“), bricht der sonderbare Filmmacher seine Leier und besinnt sich wieder zurück auf seine stark autobiografisch geprägten Anfänge, wie auch auf die Anfänge des amerikanischen Gruselfilms als Massenphänomen – zweifellos eine entscheidende Inspiration. Denn „Frankenweenie“ ist natürlich Tim Burtons ganz eigener „Frankenstein“.

Bei einer Langfilmadaption einer einstigen Kurzgeschichte besteht natürlich die akute Gefahr, heiße Luft zum Füllmaterial zu machen. Doch Burton und sein Drehbuchautor nutzen die Laufzeit blendend, um die Hauptfiguren wesentlich sorgfältiger und sympathischer zu zeichnen, die teils holprig erzählte Vorlage in einen stimmigeren Kontext zu setzen, gegen Ende einen genialen Showdown abzufeuern, und vor allem um die Verbeugung vor dem klassischen Horrorfilm weiter auszubauen. An allen Ecken und Enden blitzen schelmische Verweise auf Klassiker wie eben „Frankenstein“, mindestens genauso „Frankenstein Braut“, „Dracula“ und andere Artverwandte auf – ein großer Spaß, sie zu entdecken.

Vorsicht: Um als junger Mensch den Tod eines Haustiers zu verarbeiten, ist „Frankenweenie“ nicht geeignet. Burton, der mehrfach Kinderfilme gemacht hat, die keine sind, und immer wieder das gewisse Zielgruppenproblem heraufbeschwört, richtet sich diesmal recht eindeutig an Erwachsene. Denn wenn er nicht gerade eine geschickte Anspielung unterbringt, zelebriert er seine extrem verschrobenen Charaktere – für Kinder kaum mehr als verstörend, für Erwachsene zum Schreien komisch. Diese wohl schrulligsten Grundschulkinder der Filmgeschichte sind Gold wert – nicht zuletzt dank ausgezeichneter Sprecherinnen und Sprecher. Burton übertreibt mal wieder maßlos, doch mit der schwarzweißen Stop-Motion-Welt hat er dafür eine absolut adäquate Form gefunden.

Man spürt einfach diese ganz persönliche Note in „Frankenweenie“, das Herzblut der Liebeserklärung an das gute alte Horrorkino. Optisch vollzieht sich eine gelungene Symbiose von moderner Technik und altem Stop-Motion-Charme. Stammkomponist Danny Elfman hat seinem früheren Werk nichts hinzuzufügen, doch ist es nach wie vor beeindruckend, wie sehr seine Musik die herrschende Atmosphäre bestimmt und Emotionen lenkt. Die Handlung beginnt gut und steigert sich sogar mehr als erwartet. „Frankenweenie“ ist rund, gefühlvoll, nostalgisch, sehr lustig und Tim Burtons bester weil aufrichtigster Film seit Langem.

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