Free Rainer – Dein Fernseher lügt

Filmposter Free Rainer - Dein Fernseher lügt

6/10

Originaltitel: Free Rainer – Dein Fernseher lügt
DE | 2007 | ca. 138 Min. | FSK: ab 12
Satire, Komödie, Drama
Regie: Hans Weingartner
Drehbuch: Hans Weingartner, Katharina Held
Besetzung: Moritz Bleibtreu, Elsa Sophie Gambard, Simone Hanselmann, Gregor Bloéb, Milan Peschel u.a.
Kinostart: 15.11.07
DVD/Blu-Ray VÖ: 20.06.08

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Rainer ist als Fernsehproduzent ein hohes Tier beim Privatsender TTS und versorgt das Publikum mit stumpfsinnigen Talk- und Spielshows und schlecht recherchierten Sensationsreportagen. Die hohen Einschaltquoten sprechen dafür, doch eigentlich hasst Rainer, was er tut und erträgt sein Leben nur durch übermäßiges Koksen. Als eine junge Frau Rainer die Schuld am Selbstmord ihres Großvaters gibt, beginnt er, den Erfolg von „Trash-TV“ gründlich zu hinterfragen und entdeckt die mehr als fragwürdige Art der Quotenermittlung.

Wie ist der Film?

Hans Weingartner, der sich mit „Das weisse Rauschen“ (2001) einen Namen machte und anschließend mit „Die fetten Jahre sind vorbei“ (2004) einen echten Hit landete, präsentierte uns 2007 eine umstrittene Mediensatire, die das Publikum deutlich mehr spaltet als die Vorgänger.

„Free Rainer“ ist eine Idee, die die Welt gebraucht hat. Die offensichtlich verkommene Fernsehlandschaft von heute wird schön derbe und oft urkomisch durch den Kakao gezogen. Darin ist ein nicht zu unterschätzender Weckruf für das Land enthalten. Aus verschiedenen Gründen wird die Weltverbesserung, wie sie im Film dargeboten wird, jedoch nur ein Traum bleiben. Die schrille Medienkritik zu Beginn des Films ist plakativ, darf das aber auch gerne sein. Nur der Sinneswandel der Hauptfigur und die folgende Dramaturgie nach Schema F lassen die Geschichte immer naiver wirken. So geht der starken Idee leider etwas die Puste aus, bis hin zum eher uninspirierten Ende.

Was dem Film bleibt, ist ein passionierter Moritz Bleibtreu, der ab und an über die Grenzen der Natürlichkeit hinausschießt, aber nach wie vor eine gute Leistung abgibt, und eine herrliche Utopie, die gute Anstöße für angeregte Diskussionen liefert. Wäre die Botschaft weniger mit Holzhammer-Methode vorgestellt worden, hätte der Film vielleicht ein breiteres Feld erreicht als die Zielgruppe, die sich der Fernsehproblematik ohnehin schon bewusst ist. Doch so oder so ist „Free Rainer“ solide Unterhaltung mit einem mehr als berechtigten Thema, wo es nur an der Präsentation etwas hapert.

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